PflKartV 1986
Ausfertigungsdatum: 21.01.1986
Vollzitat:
“Pflanzkartoffelverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. November 2004 (BGBl. I S. 2918), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 13. Juli 2022 (BGBl. I S. 1186) geändert worden ist”
| Stand: | Neugefasst durch Bek. v. 23.11.2004 I 2918; |
| zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 13.7.2022 I 1186 |
Näheres zur Standangabe finden Sie im Menü unter Hinweise
(+++ Textnachweis Geltung ab: 18.5.1988 +++)
(+++ Zur Anwendung vgl. § 33a +++)
(+++ Zur Anwendung im Beitrittsgebiet vgl. für die Zeit vom 3.10.1990
bis 31.12.1990 V v. 28.9.1990 I 2117 (EGRÜblV) u. für die Zeit
ab 1.1.1991 V v. 18.12.1990 I 2915 (EGRechtÜblV) +++)
(+++ Amtliche Hinweise des Normgebers auf EG-Recht:
Umsetzung der
EWGRL 17/93 (CELEX Nr: 31993L0017)
EWGRL 85/93 (CELEX Nr: 3199310085)
EGRL 57/98 (CELEX Nr: 31998L0057)
EGRL 56/2002 (CELEX Nr: 32002L0056) vgl. Bek. v. 23.11.2004 I 2918
EURL 63/2013 (CELEX Nr: 32013EURL0063) vgl. V v. 8.12.2015 I 2326
EURL 20/2014 (CELEX Nr: 32014EURL0020) vgl. V v. 8.12.2015 I 2326
EURL 21/2013 (CELEX Nr: 32014EURL0021) vgl. V v. 8.12.2015 I 2326 +++)
| a) | Basispflanzgut | weiß, |
| b) | Zertifiziertem Pflanzgut | blau, |
| c) | Vorstufenpflanzgut | weiß mit einem von links unten nach rechts oben verlaufenden 5 mm breiten violetten Diagonalstreifen, |
| d) | Pflanzgut nicht zugelassener Sorten nach § 3 Absatz 2 des Saatgutverkehrsgesetzes | orange; |
| aus Gewebekultur (Pre-Basic Tissue Culture); |
| (Pre-Basic Seed Potatoes). |
Die Anzahl der Feldgenerationen ist für Vorstufenpflanzgut der Klasse PB auf vier begrenzt. Ist die Feldgeneration nicht auf dem Etikett angegeben und der zuständigen Anerkennungsstelle nicht bekannt, wird das Pflanzgut der vierten Feldgeneration zugerechnet und darf nicht zu Vorstufenpflanzgut weitervermehrt werden. Vorstufenpflanzgut der Klasse PBTC kann als Vorstufenpflanzgut EU-Klasse PBTC, Vorstufenpflanzgut der Klasse PB kann als Vorstufenpflanzgut EU-Klasse PB gekennzeichnet werden.
Die Anzahl der Feldgenerationen ist für Basispflanzgut auf drei begrenzt. Basispflanzgut der Klasse S kann als Basispflanzgut EU-Klasse S, Basispflanzgut der Klasse SE kann als Basispflanzgut EU-Klasse SE und Basispflanzgut der Klasse E kann als Basispflanzgut EU-Klasse E gekennzeichnet werden.
Die Anzahl der Feldgenerationen ist für Zertifiziertes Pflanzgut auf zwei begrenzt. Ist die Feldgeneration nicht auf dem Etikett angegeben, wird das Pflanzgut der zweiten Feldgeneration Zertifizierten Pflanzguts zugerechnet und darf nicht zu Zertifiziertem Pflanzgut weitervermehrt werden. Zertifiziertes Pflanzgut der Klasse A kann als Zertifiziertes Pflanzgut EU-Klasse A, Zertifiziertes Pflanzgut der Klasse B kann als Zertifiziertes Pflanzgut EU-Klasse B gekennzeichnet werden.
Dies gilt insbesondere für die Vorschriften der in Satz 1 genannten Rechtsakte, nach denen bei Pflanzgut, das als Vorstufenpflanzgut, Basispflanzgut oder Zertifiziertes Pflanzgut erzeugt oder auf dem Markt bereitgestellt werden soll, der Pflanzenpass mit dem amtlichen Etikett kombiniert wird.
Werden die Angaben auf einem Etikett oder bei Klarsichtpackungen, bei denen die Angaben durch die Verpackung hindurch deutlich lesbar sind, auf einem Einleger gemacht, so müssen die Etiketten oder Einleger die Kennfarbe haben.
Beim Inverkehrbringen von Pflanzgut aus Kleinpackungen zu gewerblichen Zwecken treten an die Stelle der Anerkennungsnummer Name und Anschrift des Herstellers der Kleinpackungen oder seine Betriebsnummer sowie die Partienummer der Kleinpackung.
Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für Pflanzgut, das nach § 18 Abs. 2 Nr. 5 des Saatgutverkehrsgesetzes in verschlossenen Packungen oder Behältnissen eingeführt worden ist.
| Anforderung | Vorstufenpflanzgut1 der Klasse |
Basispflanzgut der Klasse |
Zertifiziertes Pflanzgut der Klasse |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PBTC | PB | S | SE | E | A | B | |||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | ||
| 1 | Fremdbesatz | ||||||||
| Die Anzahl der Pflanzen, die nicht hinreichend sortenecht sind oder einer anderen Sorte zugehören, darf je Hektar höchstens betragen: | 0 | 2 | 2 | 4 | 8 | 16 | 16 | ||
| 2 | Fehlstellen | ||||||||
| Die Anzahl der Fehlstellen darf auf 100 Pflanzstellen höchstens betragen: | 15 | 15 | 20 | 20 | 20 | ||||
| 3 | Krankheiten | ||||||||
| 3.1 | Der Anteil der Pflanzen, die von folgenden Krankheiten befallen sind, darf im Durchschnitt von mindestens 5 Auszählungen je 100 Pflanzen höchstens betragen: | ||||||||
| 3.1.1 | Schwarzbeinigkeit (Pectobacterium spp., Dickeya spp.); als schwarzbeinige Pflanze gilt auch jede Stelle, an der Knollen oder Kraut von schwarzbeinigen Pflanzen liegengeblieben sind |
0 | 0 | 0,1 | 0,4 | 0,6 | 1,0 | 1,2 | |
| 3.1.2 | Candidatus Liberibacter solanacearum Liefting et al. (Zebra-Chip) |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| 3.1.3 | Candidatus Phytoplasma solani Quaglino et al. (Stolbur) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| 3.1.4 | Viruskrankheiten (Anzeichen des Befalls mit Mosaikvirus und Blattrollvirus); als viruskranke Pflanze gilt, außer im Fall des § 9 Absatz 3 auch der Nachwuchs nicht entfernter Knollen herausgereinigter Pflanzen sowie jede Stelle, an der Knollen oder Kraut von solchen Pflanzen liegengeblieben sind | 0 | 0,1 | 0,2 | 0,4 | 0,6 | 1,0 | 2,0 | |
| 3.1.5 | Potato spindle tuber viroid (PSTVd) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
|
____________
|
|||||||||
| Kategorie | Klasse | Viren insgesamt v. H. der Probe |
|---|---|---|
| Vorstufenpflanzgut | PBTC | 0 |
| PB | 0,5 | |
| Basispflanzgut | S | 1,0 |
| SE | 2,0 | |
| E | 2,0 | |
| Zertifiziertes Pflanzgut | A | 8,0 |
| B | 10,0 |
| Krankheit oder Mangel |
Vorstufenpflanzgut der Klasse |
Basispflanzgut der Klasse |
Zertifiziertes Pflanzgut der Klasse |
||
|---|---|---|---|---|---|
| PBTC | PB | S, SE, E | A, B | ||
| v. H. des Gewichtes | |||||
| 2.2.1 | Fäule (Nassfäule, Trockenfäule)/ davon Nassfäule höchstens |
0 | 0,2/ 0,2 |
0,5/ 0,2 |
0,5/ 0,2 |
| 2.2.2 | Kartoffelschorf, sofern die Knollen auf mehr als einem Drittel der Oberfläche befallen sind | 0 | 5,0 | 5,0 | 5,0 |
| 2.2.3 | Candidatus Liberibacter solanacearum Liefting et al. (Zebra-Chip) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2.2.4 | Candidatus Phytoplasma solani Quaglino et al. (Stolbur) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2.2.5 | Ditylenchus destructor Thorne | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2.2.6 | Potato spindle tuber viroid (PSTVd) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2.2.7 | Rhizoctonia Pusteln (Wurzeltöterkrankheit, verursacht durch Thanatephorus cucumeris (A.B. Frank) Donk), sofern die Knollen auf mehr als 10 v. H. der Oberfläche befallen sind | 0 | 1,0 | 5,0 | 5,0 |
| 2.2.8 | Pulverschorf (verursacht durch Spongospora subterranea (Wallr.) Lagerh.), sofern die Knollen auf mehr als 10 v. H. der Oberfläche befallen sind | 0 | 1,0 | 3,0 | 3,0 |
| 2.2.9 | Stark geschrumpelte Knollen (ausgeprägter Turgeszenzverlust zum Zeitpunkt der Bonitur, u. a. verursacht durch Silberschorf) | 0 | 0,5 | 1,0 | 1,0 |
| 2.2.10 | äußere Fehler (z. B. missgestaltete oder beschädigte Knollen) | 0 | 3,0 | 3,0 | 3,0 |
| 2.2.11 | Gesamttoleranz für 2.2.1 bis 2.2.10 | 0 | 6,0 | 6,0 | 8,0 |
| 2.2.12 | Anhaftende Erde und Fremdstoffe | 1,0 | 1,0 | 2,0 | |
| Nr. | Probe nach | Höchstfläche für die Entnahme einer Probe ha | Höchstgewicht einer Partie dt | Mindestmenge einer Probe |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| 1 | § 14 Abs. 2 Nr. 1 | 3 | 500 | 105 Knollen |
| 1a | § 14 Abs. 2 Nr. 2 | 3 | 500 | 210 Knollen |
| 2 | § 15 Abs. 1 | – | 500 | 210 Knollen |
| 3 | § 17 Abs. 1 | – | 500 | 25 kg |
| 4 | § 20 Abs. 3 | – | 500 | 105 Knollen |