LAG
Ausfertigungsdatum: 14.08.1952
Vollzitat:
“Lastenausgleichsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Juni 1993 (BGBl. I S. 845; 1995 I S. 248), das zuletzt durch Artikel 24 des Gesetzes vom 15. Juli 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 236) geändert worden ist”
| Stand: | Neugefasst durch Bek. v. 2.6.1993 I 845; 1995 I 248 |
| zuletzt geändert durch Art. 24 G v. 15.7.2024 I Nr. 236 |
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(+++ Textnachweis Geltung ab: 1.1.1988 +++)
(+++ Maßgaben aufgrund EinigVtr vgl. LAG Anhang EV +++)
| Erster Teil: Grundsätze und Begriffsbestimmungen | ||
| Erster Abschnitt: | Grundsätze ………………….. | §§ 1 – 7 |
| Zweiter Abschnitt: | Begriffsbestimmungen …………. | §§ 8 – 15a |
| Zweiter Teil: Ausgleichsabgaben (nicht abgedruckt) | §§ 16 – 227 | |
| Achter Abschnitt: | § 227a | |
| Dritter Teil: Ausgleichsleistungen | ||
| Erster Abschnitt: | Allgemeine Vorschriften ………. | §§ 228 – 234 |
| Zweiter Abschnitt: | Feststellung von Schäden | |
| Erster Titel: | Grundsätze ………………….. | §§ 235 – 237 |
| Zweiter Titel: | Schadensberechnung …………… | §§ 238 – 242 |
| Dritter Abschnitt: | Hauptentschädigung …………… | §§ 243 – 252 |
| Vierter Abschnitt: | Eingliederungsdarlehen | |
| Erster Titel: | (weggefallen) ……………….. | §§ 253 – 257 |
| Zweiter Titel: | Eingliederungsdarlehen an einzelne Geschädigte (Aufbaudarlehen) …. | § 258 |
| Dritter Titel: | (weggefallen) ……………….. | §§ 259, 260 |
| Fünfter Abschnitt: | Kriegsschadenrente | |
| Erster Titel: | Allgemeine Vorschriften ………. | §§ 261 – 266 |
| Zweiter Titel: | Unterhaltshilfe ……………… | §§ 267 – 278a |
| Dritter Titel: | Entschädigungsrente ………….. | §§ 279 – 285a |
| Vierter Titel: | Gemeinsame Vorschriften ………. | §§ 286 – 292 |
| Fünfter Titel: | Vorschriften für die Zahlung der Kriegsschadenrente nach dem 31. Dezember 2005 | §§ 292a – 292c |
| Sechster Abschnitt: | Hausratentschädigung …………. | §§ 293 – 297 |
| Siebenter Abschnitt: | Wohnraumhilfe ……………….. | §§ 298 – 300 |
| Achter Abschnitt: | Härteleistungen ……………… | §§ 301 – 301b |
| Neunter Abschnitt: | Sonstige Förderungsmaßnahmen ….. | §§ 302, 303 |
| Zehnter Abschnitt: | Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener ……………….. | § 304 |
| Elfter Abschnitt: | Organisation und Zuständigkeit … | §§ 305 – 317 |
| Zwölfter Abschnitt: | Verwaltung der Mittel für den Lastenausgleich …………….. | §§ 318 – 324 |
| Dreizehnter Abschnitt: | Verfahren | |
| Erster Titel: | Allgemeine Vorschriften ………. | §§ 325 – 334a |
| Zweiter Titel: | Verfahren bei Hauptentschädigung, Kriegsschadenrente und Hausratentschädigung ………………. | §§ 335 – 344 |
| Dritter Titel: | Verfahren bei Erfüllung von Ansprüchen auf Hauptentschädigung und Hausratentschädigung sowie bei Eingliederungsdarlehen, Härteleistungen und auf Grund sonstiger Förderungsmaßnahmen … | §§ 345, 346 |
| Vierter Titel: | Verfahren bei der Wohnraumhilfe .. | §§ 347, 348 |
| Vierzehnter Abschnitt: | Rückforderung bei Schadensausgleich | §§ 349, 349a |
| Fünfzehnter Abschnitt: | Sonstige und Überleitungsvorschriften ……………….. | §§ 350 – 358 |
| Vierter Teil: Gemeinsame Schlußvorschriften | §§ 359 – 375 | |
Vertreibungsgebiet im Sinne des Satzes 1 ist das Gebiet desjenigen Staates, aus dem der Vertriebene vertrieben worden ist; die Gesamtheit der in Absatz 1 genannten Gebiete, die am 1. Januar 1914 zum Deutschen Reich oder zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Polen, zu Estland, zu Lettland oder zu Litauen gehört haben, gilt als einheitliches Vertreibungsgebiet. Durch Rechtsverordnung kann bestimmt werden, daß auch Gebiete anderer Staaten, zwischen denen, insbesondere wegen der geographischen Lage, der wirtschaftlichen Verflechtung oder der geschichtlichen Entwicklung, besondere Beziehungen bestanden haben, als einheitliches Vertreibungsgebiet gelten.
Voraussetzung ist, daß der Verstorbene seinen ständigen Aufenthalt seit Beginn der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen im Vertreibungsgebiet hatte oder nach seiner Vertreibung bis zum 31. März 1952 dorthin zurückgekehrt ist. Bei Todesfällen vor dem 1. April 1952 wird vermutet, daß der Schaden dem Verstorbenen entstanden ist, soweit dieser nicht bis zu seinem Tod die tatsächliche Verfügungsgewalt über sein Vermögen ausgeübt hat.
Den in Nummer 1 bezeichneten Spareinlagen werden Geldeinlagen, für die eine Kündigungs- oder Anlagefrist vereinbart war, gleichgestellt, wenn für sie Einlagebücher oder entsprechende Urkunden ausgegeben waren, in die Eintragungen über Einzahlungen und Auszahlungen nur durch das Geldinstitut vorgenommen werden durften.
Bei der Frist nach Nummer 1 werden solche Zeiten nicht mitgerechnet, in denen ein Vertriebener nach Verlassen eines der in § 11 Abs. 2 Nr. 3 bezeichneten Staaten, aus dem er vertrieben oder ausgesiedelt worden ist, in einem anderen der dort bezeichneten Staaten sich aufgehalten hat, ferner nicht solche Zeiten, in denen er oder ein mit ihm ausgesiedelter Familienangehöriger im Anschluß an die Aussiedlung erkrankt und infolgedessen zur Fortsetzung der Reise außerstande war, sowie solche Zeiten, in denen er oder ein mit ihm ausgesiedelter Familienangehöriger in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands oder im Sowjetsektor von Berlin aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, gewaltsam festgehalten worden ist; die Frist nach Nummer 1 gilt auch als gewahrt, wenn ein Vertriebener nach der Vertreibung oder Aussiedlung sich in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands oder im Sowjetsektor von Berlin oder in einem Staat, zu dessen Leistungen für Schäden im Sinne dieses Gesetzes die Bundesrepublik Deutschland durch keinerlei finanzielle Aufwendungen auf Grund besonderer Verträge beiträgt, aufgehalten und nachweislich rechtzeitig vor Fristablauf bemüht hat, seinen ständigen Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu nehmen, daran aber dadurch gehindert war, daß ihm die zur Weiterreise erforderlichen Urkunden nicht rechtzeitig ausgehändigt worden sind, und wenn er nach deren Aushändigung unverzüglich seinen ständigen Aufenthalt im Geltungsbereich dieses Gesetzes genommen hat.
Der Antrag kann, wenn Vertreibungsschäden, Ostschäden oder Zonenschäden geltend gemacht werden, nur gestellt werden, wenn der Antragsteller die Voraussetzungen des § 230 erfüllt. § 230 Abs. 4 bleibt unberührt. Ergibt sich nach Antragstellung, daß die Voraussetzungen des § 230 Abs. 4 vorliegen, gehen die Rechte aus der Antragstellung auf die Erben über. Soweit jedoch Hausratentschädigung an den Antragsteller vorher ausgezahlt worden ist, hat es dabei sein Bewenden.
Sind Schäden in einer anderen deutschen Währung als Reichsmark festgestellt worden, so werden sie für die Zusammenfassung zum Schadensbetrag nach Anwendung der Nummern 1 bis 5 unverändert als Reichsmark angesetzt.
| Schadensgruppe | Schadensbetrag in Reichsmark RM | Grundbetrag in Euro EUR | darin enthaltener Erhöhungsbetrag EUR | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | ||
| 1 | bis | 5.000 | der Schadensbetrag, angesetzt mit dem Divisor 1,95583 in Euro, höchstens | 2.454,20 | |
| 2 | bis | 5.500 | 2.633,15 | – | |
| 3 | bis | 6.200 | 2.837,67 | – | |
| 4 | bis | 7.200 | 3.118,88 | – | |
| 5 | bis | 8.500 | 3.630,17 | 153,39 | |
| 6 | bis | 10.000 | 4.115,90 | 230,08 | |
| 7 | bis | 12.000 | 4.652,76 | 281,21 | |
| 8 | bis | 14.000 | 5.240,74 | 357,90 | |
| 9 | bis | 16.000 | 5.752,03 | 460,16 | |
| 10 | bis | 18.000 | 6.212,20 | 562,42 | |
| 11 | bis | 20.000 | 6.672,36 | 664,68 | |
| 12 | bis | 23.000 | 7.055,83 | 690,24 | |
| 13 | bis | 26.000 | 7.490,43 | 715,81 | |
| 14 | bis | 29.000 | 7.873,89 | 715,81 | |
| 15 | bis | 32.000 | 8.257,36 | 766,94 | |
| 16 | bis | 36.000 | 8.666,40 | 818,07 | |
| 17 | bis | 40.000 | 9.024,30 | 818,07 | |
| 18 | bis | 44.000 | 9.331,08 | 818,07 | |
| 19 | bis | 48.000 | 9.637,85 | 869,20 | |
| 20 | bis | 53.000 | 9.919,06 | 920,33 | |
| 21 | bis | 58.000 | 10.225,84 | 971,45 | |
| 22 | bis | 63.000 | 10.532,61 | 1.022,58 | |
| 23 | bis | 68.000 | 10.839,39 | 1.073,71 | |
| 24 | bis | 74.000 | 11.171,73 | 1.124,84 | |
| 25 | bis | 80.000 | 11.529,63 | 1.175,97 | |
| 26 | bis | 86.000 | 11.887,54 | 1.227,10 | |
| 27 | bis | 93.000 | 12.271,01 | 1.278,23 | |
| 28 | bis | 100.000 | 12.680,04 | 1.329,36 | |
| 29 | bis | 110.000 | 13.165,77 | 1.380,49 | |
| 30 | bis | 2.000.000 | 13.165,77 | 1.431,62 | |
| + 10 v.H. des 110.000 RM übersteigenden Schadensbetrags, angesetzt mit dem Divisor 1,95583 in Euro | |||||
| 31 | über | 2.000.000 | 109.799,93 | 1.431,62 | |
| + 6,5 v.H. des 2.000.000 RM übersteigenden Schadensbetrags, angesetzt mit dem Divisor 1,95583 in Euro | |||||
Sind im Schadensbetrag (§ 245) enthaltene Schäden auch nach § 55a berücksichtigt worden, ist vom Grundbetrag ferner das Dreizehnfache des Betrags, der von dem Vierteljahresbetrag der Vermögensabgabe nach § 55a Abs. 2 erlassen worden ist, abzusetzen. Als Zeitwert im Sinne der Nummer 1 ist der Ermäßigungsbetrag nach den §§ 39 bis 47 anzusetzen bei einem Vierteljahrssatz
| von 1 | vom Hundert mit 50 vom Hundert, |
| von 1,1 | vom Hundert mit 54 vom Hundert, |
| von 1,2 | vom Hundert mit 58 vom Hundert, |
| von 1,25 | vom Hundert mit 60 vom Hundert, |
| von 1,3 | vom Hundert mit 62 vom Hundert, |
| von 1,4 | vom Hundert mit 66 vom Hundert, |
| von 1,5 | vom Hundert mit 71 vom Hundert, |
| von 1,6 | vom Hundert mit 75 vom Hundert, |
| von 1,7 | vom Hundert mit 79 vom Hundert. |
jeweils mit dem Divisor 1,95583 in Euro anzusetzen.
auf den nach dem Feststellungsgesetz festgestellten Betrag ergibt; bei Zonenschäden ist der Sparerzuschlag mit dem Betrag anzusetzen, der sich durch Anwendung des § 245 Nr. 5 ergibt. Die Sätze 1 bis 3 gelten auch für Verluste an Ansprüchen im Sinne des § 12 Abs. 13 Nr. 1, des § 14 Abs. 1 Satz 5 und des § 15a Abs. 3 Nr. 1; für diese ist bei Anwendung des Satzes 3 Nr. 1 ein Umstellungsverhältnis von 100 zu 10 zugrunde zu legen.
| 1. | Spareinlagen, Postspareinlagen und Bausparguthaben mit | 20 vom Hundert, |
| 2. | Pfandbriefe, Rentenbriefe, Schiffspfandbriefe, Kommunalschuldverschreibungen sowie sonstige Schuldverschreibungen und verzinsliche Schatzanweisungen, die von juristischen Personen des öffentlichen Rechts ausgegeben worden sind, einschließlich der Schuldbuchforderungen mit | 80 vom Hundert, |
| 3. | Ansprüche aus Industrieobligationen mit | 50 vom Hundert, |
| 4. | Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen mit sonstige privatrechtliche | 60 vom Hundert, |
| 5. | Ansprüche, die durch Hypotheken, Grundschulden oder Rentenschulden gesichert waren, mit | 100 vom Hundert |
des Betrags der Sparanlage.
Bei Zonenschäden ist für den Schadenseintritt der Zeitpunkt maßgebend, der im Bescheid über die Schadensfeststellung nach § 14 Abs. 1 des Beweissicherungs- und Feststellungsgesetzes festgestellt worden ist.
| Schadensgruppe | Schadensbetrag in Reichsmark RM | Grundbetrag in Euro EUR | ||
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | ||
| 1 | bis | 5.000 | der Schadensbetrag, angesetzt mit dem Divisor 1,95583 in Euro, höchstens | 2.454,20 |
| 2 | bis | 5.500 | 2.633,15 | |
| 3 | bis | 6.200 | 2.837,67 | |
| 4 | bis | 7.200 | 3.118,88 | |
| 5 | bis | 8.500 | 3.476,78 | |
| 6 | bis | 10.000 | 3.885,82 | |
| 7 | bis | 12.000 | 4.371,55 | |
| 8 | bis | 14.000 | 4.882,84 | |
| 9 | bis | 16.000 | 5.291,87 | |
| 10 | bis | 18.000 | 5.649,78 | |
| 11 | bis | 20.000 | 6.007,68 | |
| 12 | bis | 23.000 | 6.365,58 | |
| 13 | bis | 26.000 | 6.774,62 | |
| 14 | bis | 29.000 | 7.158,09 | |
| 15 | bis | 32.000 | 7.490,43 | |
| 16 | bis | 36.000 | 7.848,33 | |
| 17 | bis | 40.000 | 8.206,23 | |
| 18 | bis | 44.000 | 8.513,01 | |
| 19 | bis | 48.000 | 8.768,66 | |
| 20 | bis | 53.000 | 8.998,74 | |
| 21 | bis | 58.000 | 9.254,38 | |
| 22 | bis | 63.000 | 9.510,03 | |
| 23 | bis | 68.000 | 9.765,67 | |
| 24 | bis | 74.000 | 10.046,89 | |
| 25 | bis | 80.000 | 10.353,66 | |
| 26 | bis | 86.000 | 10.660,44 | |
| 27 | bis | 93.000 | 10.992,78 | |
| 28 | bis | 100.000 | 11.350,68 | |
| 29 | bis | 110.000 | 11.785,28 | |
| 30 | bis | 120.000 | 12.271,01 | |
| 31 | bis | 130.000 | 12.756,73 | |
| 32 | bis | 140.000 | 13.216,90 | |
| 33 | bis | 150.000 | 13.677,06 | |
| 34 | bis | 160.000 | 14.111,66 | |
| 35 | bis | 170.000 | 14.546,25 | |
| 36 | bis | 180.000 | 14.955,29 | |
| 37 | bis | 190.000 | 15.364,32 | |
| 38 | bis | 200.000 | 15.747,79 | |
| 39 | bis | 1.000.000 | 15.747,79 | |
| + 7 v.H. des 200.000 RM übersteigenden Schadensbetrags, angesetzt mit dem Divisor 1,95693 in Euro | ||||
| 40 | über | 1.000.000 | 44.380,14 | |
| + 6,5 v.H. des 1.000.000 RM übersteigenden Schadensbetrags, angesetzt mit dem Divisor 1,95583 in Euro | ||||
Personen, denen bei Ablauf der nach den Sätzen 1 und 2 für sie maßgebenden Antragsfrist Kriegsschadenrente wegen Bezugs von Einkünften im Sinne des § 267 Abs. 2 Nr. 3 nicht gewährt werden konnte, können Kriegsschadenrente vorbehaltlich des § 261 Abs. 5 noch zwei Jahre nach Ablauf des Monats beantragen, in dem derartige Einkünfte die Gewährung von Kriegsschadenrente erstmals nicht mehr ausschließen.
In den Fällen des Satzes 3 Nr. 1 ist § 2 Abs. 4 des Bundeskindergeldgesetzes, in den Fällen des Satzes 3 Nr. 2 und 3 ist § 2 Abs. 3 Satz 2 des Bundeskindergeldgesetzes entsprechend anzuwenden.
Der Einkommenshöchstbetrag erhöht sich ferner um eine Pflegezulage von 26 Euro, bei Heimunterbringung von 11 Euro monatlich, wenn der alleinstehende Berechtigte oder bei nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten beide Ehegatten spätestens im Zeitpunkt der Entscheidung über die Pflegezulage infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen so hilflos sind, daß sie nicht ohne fremde Wartung und Pflege bestehen können. Das gleiche gilt, wenn der eine Ehegatte infolge körperlicher Behinderung spätestens in dem in Satz 3 genannten Zeitpunkt nicht in der Lage ist, die Wartung und Pflege des hilflosen anderen Ehegatten zu übernehmen. Voraussetzung für die Pflegezulage ist, daß eine Pflegeperson zu ständiger Wartung und Pflege zur Verfügung steht. Die Pflegezulage von 26 Euro monatlich erhöht sich, wenn Pflegezulage, Pflegegeld oder eine Pflegesachleistung nach anderen Vorschriften nicht gewährt wird, um 291 Deutsche Mark <angepasst auf 159 Euro> *) monatlich. Die Pflegezulage von 26 Euro, bei Heimunterbringung von 11 Euro monatlich ist nicht zu gewähren, wenn Pflegebedürftige Pflegegeld oder eine Pflegesachleistung nach den Vorschriften des Elften Buches Sozialgesetzbuch oder in den Fällen des § 276 Abs. 3a vergleichbare Leistungen von einem privaten Versicherungsunternehmen erhalten.
Die Freibeträge und Vergünstigungen nach Nummer 2 Buchstaben a bis e, Nummern 3, 4, 6 bis 8, ausgenommen Freibeträge für Grundrente und Schwerstbeschädigtenzulagen nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz oder nach dem Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetz in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes und Freibeträge nach Buchstabe e für Renten oder laufende Beihilfen nach den gesetzlichen oder außergesetzlichen Regelungen des Bundes und der Länder zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts an Körper oder Gesundheit, werden nur gewährt, soweit sie den Sozialzuschlag nach § 269b übersteigen.
| in Stufe | bei einem Endgrundbetrag der Hauptentschädigung (§ 273 Abs. 5 Nr. 2 Satz 1 und 2) | bei Durchschnitts jahreseinkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit nach § 239 (§ 273 Abs. 5 Nr. 2 Satz 3) | monatlich |
|---|---|---|---|
| 1 | – | bis 4.000 RM | 170 DM <angepasst auf 102 Euro> *) |
| 2 | bis 2.351,94 EUR | bis 5.200 RM | 215 DM <angepasst auf 130 Euro> *) |
| 3 | bis 2.863,23 EUR | bis 6.500 RM | 258 DM <angepasst auf 157 Euro> *) |
| 4 | bis 3.885,82 EUR | bis 9.000 RM | 286 DM <angepasst auf 173 Euro> *) |
| 5 | bis 4.908,40 EUR | bis 12.000 RM | 315 DM <angepasst auf 191 Euro> *) |
| 6 | über 4.908,40 EUR | über 12.000 RM | 345 DM.<angepasst auf 208 Euro> *) |
| in Zuschlagsstufe | um monatlich |
|---|---|
| 1 | 90 DM <angepasst auf 54 Euro> *) |
| 2 | 103 DM <angepasst auf 63 Euro> *) |
| 3 | 115 DM <angepasst auf 70 Euro> *) |
| 4 | 129 DM <angepasst auf 78 Euro> *) |
| 5 | 148 DM <angepasst auf 89 Euro> *) |
| 6 | 175 DM. <angepasst auf 107 Euro> *) |
höchstens jedoch um den Betrag, um den die Rentenleistung im Fall der Nummer 1 monatlich 14 Euro, im Fall der Nummer 2 monatlich 10 Euro und im Fall der Nummer 3 monatlich 5 Euro übersteigt. Die Gewährung von Freibeträgen nach § 267 Abs. 2 Nr. 6 entfällt, soweit die Freibeträge den Selbständigenzuschlag nicht übersteigen.
Die Sätze 2 und 3 gelten unter den Voraussetzungen des § 261 Abs. 2 Satz 2 für eine alleinstehende Tochter entsprechend; § 266 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 3 Satz 2 ist mit der Maßgabe anzuwenden, daß der Antrag, die Grundbeträge oder die verlorenen Einkünfte nicht zusammenzurechnen, bis zum Ablauf eines Jahres nach Rechtskraft des Bescheids, mit dem die Unterhaltshilfe auf die alleinstehende Tochter umgestellt wird, gestellt werden muß.
Die Unterhaltshilfe wird längstens bis zum Tode des Berechtigten oder im Falle der Rechtsnachfolge nach § 272 Abs. 2 Satz 2 bis 4 bis zum Tode des Ehegatten oder der alleinstehenden Tochter, im Falle des § 272 Abs. 3 bis zum Tode der Vollwaise, längstens bis zur Erreichung der Altersgrenzen gewährt.
Die Unterhaltshilfe auf Zeit wird so lange gewährt, bis die Summe der anzurechnenden Zahlungen (Absatz 2) den Endgrundbetrag der Hauptentschädigung (Nummer 2) erreicht. Die Unterhaltshilfe wird in entsprechender Anwendung der Vorschriften über die Unterhaltshilfe auf Lebenszeit gewährt, wenn der Endgrundbetrag der Hauptentschädigung (Nummer 2 Satz 1 und 2) 2.863,23 Euro erreicht oder wenn ihm Schäden an Vermögen zugrunde liegen, auf dem die Existenzgrundlage (Nummer 1) beruhte, oder wenn die Voraussetzung der Nummer 2 Satz 3 vorliegt.
| Vollendetes Lebensjahr in dem nach Absatz 2 maßgebenden Zeitpunkt | Monatlicher Auszahlungsbetrag der Unterhaltshilfe in dem nach Absatz 2 maßgebenden Zeitpunkt | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 7,67 EUR | bis 15,34 EUR | bis 25,56 EUR | bis 51,13 EUR | über 51,13 EUR | |
| 80 | 306,78 | 613,55 | 1.022,58 | 1.687,26 | 1.994,04 |
| 75 | 409,03 | 869,20 | 1.431,62 | 1.994,04 | 2.300,81 |
| 70 | 562,42 | 1.175,97 | 1.994,04 | 2.300,81 | 2.607,59 |
| 65 | 766,94 | 1.533,88 | 2.300,81 | 2.607,59 | 2.812,11 |
| 60 | 971,45 | 1.994,04 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 |
| 55 | 1.227,10 | 2.454,20 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 |
| 50 | 1.891,78 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 |
| unter 50 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 | 2.812,11 |
Für Entscheidungen nach dem 31. Dezember 2001 sind die nach den Nummern 1 bis 8 anzurechnenden DM-Beträge mit dem Divisor 1,95583 in Euro anzusetzen. Die Anrechnung ist vorzunehmen, wenn sie unter Berücksichtigung sonstiger Erfüllungsbeträge zur vollen Erfüllung des Anspruchs auf Hauptentschädigung führt oder wenn die Unterhaltshilfe vorher für dauernd endet oder nach § 291 Abs. 2 eingestellt wird oder der Berechtigte, um die Erfüllung des Anspruchs auf Hauptentschädigung zu ermöglichen, auf die Weitergewährung der Unterhaltshilfe verzichtet. Haben in Fällen der Gewährung von Unterhaltshilfe auf Lebenszeit die Voraussetzungen für eine Anrechnung nach Satz 3 bis zum 31. Dezember 2000 nicht vorgelegen, ist die Anrechnung zum 1. Januar 2001 vorzunehmen; dabei gilt der Anspruch auf Hauptentschädigung durch eine über diesen Zeitpunkt hinaus gezahlte oder ruhende Unterhaltshilfe in Höhe des nach Absatz 4 letzter Satz maßgeblichen Betrags als erfüllt. Änderungen der Verhältnisse nach dem 31. Dezember 2000 werden bei der Anrechnung nicht berücksichtigt; auf nach diesem Zeitpunkt zuerkannte Hauptentschädigung ist jedoch anzurechnen.
dies gilt auch dann, wenn die Ansprüche auf Hauptentschädigung in der Person von Erben entstanden sind, die vor dem 1. April 1952 an die Stelle des unmittelbar Geschädigten oder seines Ehegatten getreten sind. Ist hiernach auf mehrere Grundbeträge der Hauptentschädigung anzurechnen, erfolgt die Anrechnung nach dem Verhältnis dieser Grundbeträge; werden nach durchgeführter Anrechnung Grundbeträge der Hauptentschädigung zuerkannt oder geändert, ist die Anrechnung nach dem sich daraus ergebenden Verhältnis der Grundbeträge zueinander zu ändern.
erfüllt (Mindesterfüllungsbetrag); ist nach Absatz 2 auf mehrere Grundbeträge der Hauptentschädigung anzurechnen, so ist der Mindesterfüllungsbetrag aus der Summe dieser Grundbeträge zu berechnen und im Verhältnis der Grundbeträge zueinander aufzuteilen. Über den Mindesterfüllungsbetrag hinaus können die Ansprüche auf Hauptentschädigung, solange die Unterhaltshilfe gezahlt wird oder ruht, nur insoweit erfüllt werden, als im Durchschnitt der Fälle eine Überzahlung der Hauptentschädigung nicht zu erwarten ist. Soweit hiernach die Ansprüche auf Hauptentschädigung vor der Anrechnung nicht erfüllt werden können, sind sie durch die Gewährung von Unterhaltshilfe vorläufig in Anspruch genommen.
Bei unmittelbar geschädigten Vollwaisen im Sinne des § 265 Abs. 3 beträgt der Einkommenshöchstbetrag 475 Deutsche Mark <angepasst auf 282 Euro> *) monatlich. Wird der Berechnung der Entschädigungsrente der Grundbetrag der Hauptentschädigung zugrunde gelegt, erhöht sich der Einkommenshöchstbetrag für den Berechtigten auf 1.363 Deutsche Mark <angepasst auf 777 Euro> *) monatlich und für eine Vollwaise auf 590 Deutsche Mark <angepasst auf 341 Euro> *) monatlich sowie der Erhöhungsbetrag für den Ehegatten auf 756 Deutsche Mark <angepasst auf 443 Euro> *) monatlich und für jedes Kind auf 311 Deutsche Mark <angepasst auf 183 Euro> *) monatlich. Für Kinder, die das siebente und für Vollwaisen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, erhöhen sich die für sie in den Sätzen 2 bis 4 bestimmten Beträge um den Sozialzuschlag nach § 269b Abs. 2 Nr. 2 oder § 275 Abs. 1 Satz 3.
| Vollendetes Lebensalter des Berechtigten in dem Zeitpunkt, von dem ab erstmalig Entschädigungsrente gewährt wird | Mindestgrundbetrag |
|---|---|
| 80 | 1.533 EUR |
| 75 | 1.891 EUR |
| 70 | 2.249 EUR |
| 65 | 2.607 EUR |
| unter 65 | 2.965 EUR. |
| bei Durchschnittsjahreseinkünften nach § 239 | monatliche Entschädigungsrente |
|---|---|
| von 2.000 bis 4.000 RM | 16 EUR |
| von 4.001 bis 6.500 RM | 26 EUR |
| von 6.501 bis 9.000 RM | 36 EUR |
| von 9.001 bis 12.000 RM | 44 EUR |
| über 12.000 RM | 52 EUR |
In den Fällen des Satzes 1 wird Entschädigungsrente auch dann gewährt, wenn der Geschädigte nach dem 31. Dezember 1889 (eine Frau nach dem 31. Dezember 1894), aber vor dem 1. Januar 1907 (eine Frau vor dem 1. Januar 1912) geboren oder spätestens am 31. Dezember 1971 erwerbsunfähig im Sinne des § 265 Abs. 1 geworden ist.
Ist die Schaffung oder Sicherung der Lebensgrundlage nicht erreicht worden, weil ein landwirtschaftliches Pachtverhältnis ausgelaufen oder der Empfänger des Darlehens verstorben ist oder es ihm durch schwere körperliche oder geistige Gebrechen vorzeitig unmöglich gemacht wurde, selbst oder mit Hilfe seiner Angehörigen das Vorhaben fortzuführen, kann unter den Voraussetzungen des § 273 Abs. 5 Nr. 1 Unterhaltshilfe auf Lebenszeit mit der Maßgabe zuerkannt werden, daß der Auszahlungsbetrag der Unterhaltshilfe um die auf das Darlehen zu leistenden Zins- und Tilgungsbeträge so lange gekürzt wird, bis die Summe der Kürzungsbeträge den nicht zurückerstatteten Darlehensbetrag erreicht; der Kürzungsbetrag darf den Betrag nicht übersteigen, der sich nach § 278a Abs. 6 Nr. 1 Satz 4 ergeben würde, wenn im Zeitpunkt der Darlehensgewährung ein Anspruch auf Hauptentschädigung erfüllt worden wäre. Das Nähere über den Zeitpunkt der Zuerkennung und den Beginn der Zahlung von Unterhaltshilfe, über die Höhe des Kürzungsbetrags sowie über das Zusammentreffen mit der Kürzung der Unterhaltshilfe nach § 278a Abs. 6 wird durch Rechtsverordnung bestimmt.
Führte ein unverheirateter Geschädigter keinen Haushalt mit überwiegend eigener Einrichtung, war er aber im Zeitpunkt der Schädigung Eigentümer von Möbeln für mindestens einen Wohnraum, so treten an die Stelle der Entschädigungsbeträge nach Satz 1 die Entschädigungsbeträge von 210 Euro, 310 Euro und 360 Euro.
Die Zuschläge werden auch für Familienangehörige gewährt, die nach dem 1. April 1952 unter den Voraussetzungen des § 230 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 in den Haushalt des Geschädigten aufgenommen worden sind. Die Zuschläge werden für eine Person nur einmal gewährt; sie werden nicht für den Ehegatten gewährt, der selbst Anspruch auf Hausratentschädigung hat.
Die Gewährung der besonderen laufenden Beihilfe ist in entsprechender Anwendung des § 301a Abs. 3 für solche Geschädigte vorzusehen, bei denen Voraussetzungen vorliegen, die den in § 273 Abs. 5 Nr. 1 und 2 sowie Abs. 6 Nr. 1 und 2 bezeichneten Voraussetzungen vergleichbar sind. Die Gewährung der Beihilfe zur Beschaffung von Hausrat kann von einer Einkommensgrenze abhängig gemacht werden.
Ist die Ermittlung eines Grundbetrags erforderlich, so ist sie nach den Grundsätzen zu regeln, die für die Berechnung der Hauptentschädigung für Zonenschäden gelten.
| im Rechnungsjahr 1963 | 50.000.000 DM, |
| im Rechnungsjahr 1964 | 40.000.000 DM, |
| im Rechnungsjahr 1965 | 30.000.000 DM; |
der Präsident des Bundesausgleichsamtes kann nach Maßgabe des § 319 Abs. 1 bestimmen, daß der verbleibende Betrag teilweise, höchstens jedoch mit 50 vom Hundert, ebenfalls zusätzlich für die Gewährung von Aufbaudarlehen für den Wohnungsbau bereitgestellt wird. Er wird gleichzeitig ermächtigt, in den Jahren 1962 bis 1964 einem jeweils über die verfügbaren Mittel hinausgehenden dringenden Bedarf an Aufbaudarlehen für den Wohnungsbau im Vorgriff auf die in den Jahren 1963 bis 1965 vorgesehenen zusätzlichen Bereitstellungen Rechnung zu tragen.
Der für die bezeichneten Leistungen mit Ausnahme der laufenden Beihilfe und der Beihilfe zur Beschaffung von Hausrat nach §§ 301, 301a bereitzustellende Betrag darf 5 Millionen Euro jährlich nicht übersteigen.
Die §§ 289, 342 Abs. 2 Satz 2 und § 349 Abs. 5 Satz 3 bleiben unberührt. Satz 1 gilt entsprechend für die Rückforderung zuviel gezahlter Leistungen.
Der Geschädigte ist verpflichtet, Gründe, die hiernach zur Wiederaufnahme des Verfahrens führen, anzuzeigen; § 289 Abs. 3 gilt entsprechend. Die Leistungen und Vergünstigungen nach den Nummern 1 und 2 sind durch Neuberechnung und im Falle einer Überzahlung durch Rückforderung zu berücksichtigen. § 349 Abs. 5 Satz 4 und 5 gilt entsprechend.
| des Zeitwerts von | der Zeitwert von |
| 50 vom Hundert | 16 vom Hundert, |
| 54 vom Hundert | 18 vom Hundert, |
| 58 vom Hundert | 19 vom Hundert, |
| 60 vom Hundert | 20 vom Hundert, |
| 62 vom Hundert | 21 vom Hundert, |
| 66 vom Hundert | 22 vom Hundert, |
| 71 vom Hundert | 23 vom Hundert, |
| 75 vom Hundert | 25 vom Hundert, |
| 79 vom Hundert | 26 vom Hundert. |