BBodSchV
Ausfertigungsdatum: 12.07.1999
Vollzitat:
“Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung vom 12. Juli 1999 (BGBl. I S. 1554), die zuletzt durch Artikel 126 der Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328) geändert worden ist”
| V aufgeh. durch Art. 5 Abs. 1 Satz 2 V v. 9.7.2021 I 2598 mWv 1.8.2023 | |
| Stand: | Zuletzt geändert durch Art. 126 V v. 19.6.2020 I 1328 |
| Ersetzt durch V 2129-32-2 v. 9.7.2021 I 2716 | |
Näheres zur Standangabe finden Sie im Menü unter Hinweise
| Erster Teil | ||
| Allgemeine Vorschriften | ||
| § 1 | Anwendungsbereich | |
| § 2 | Begriffsbestimmungen | |
| Zweiter Teil | ||
| Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Verdachtsflächen und altlastverdächtigen Flächen | ||
| § 3 | Untersuchung | |
| § 4 | Bewertung | |
| Dritter Teil | ||
| Anforderungen an die Sanierung von schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten | ||
| § 5 | Sanierungsmaßnahmen, Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen | |
| Vierter Teil | ||
| Ergänzende Vorschriften für Altlasten | ||
| § 6 | Sanierungsuntersuchung und Sanierungsplanung | |
| Fünfter Teil | ||
| Ausnahmen | ||
| § 7 | Ausnahmen | |
| Sechster Teil | ||
| Ergänzende Vorschriften für die Gefahrenabwehr von schädlichen Bodenveränderungen auf Grund von Bodenerosion durch Wasser | ||
| § 8 | Gefahrenabwehr von schädlichen Bodenveränderungen auf Grund von Bodenerosion durch Wasser | |
| Siebter Teil | ||
| Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen | ||
| § 9 | Besorgnis schädlicher Bodenveränderungen | |
| § 10 | Vorsorgeanforderungen | |
| § 11 | Zulässige Zusatzbelastung | |
| § 12 | Anforderungen an das Aufbringen und Einbringen von Materialien auf oder in den Boden | |
| Achter Teil | ||
| Schlußbestimmungen | ||
| § 13 | Zugänglichkeit von technischen Regeln und Normblättern | |
| § 14 | Inkrafttreten | |
| Anhang 1 | ||
| Anforderungen an die Probennahme, Analytik und Qualitätssicherung bei der Untersuchung | ||
| 1. | Untersuchungsumfang und erforderlicher Kenntnisstand | |
| 1.1 | Orientierende Untersuchung | |
| 1.2 | Detailuntersuchung | |
| 2. | Probennahme | |
| 2.1 | Probennahmeplanung für Bodenuntersuchungen – Festlegung der Probennahmestellen und Beprobungstiefen | |
| 2.1.1 | Wirkungspfad Boden – Mensch | |
| 2.1.2 | Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze | |
| 2.1.3 | Wirkungspfad Boden – Grundwasser | |
| 2.2 | Probennahmeplanung Bodenluft | |
| 2.3 | Probennahmeplanung bei abgeschobenem und ausgehobenem Bodenmaterial | |
| 2.4 | Probengewinnung | |
| 2.4.1 | Böden, Bodenmaterial und sonstige Materialien | |
| 2.4.2 | Bodenluft | |
| 2.5 | Probenkonservierung, -transport und -lagerung | |
| 3. | Untersuchungsverfahren | |
| 3.1 | Untersuchungsverfahren für Böden, Bodenmaterial und sonstige Materialien | |
| 3.1.1 | Probenauswahl und -vorbehandlung | |
| 3.1.2 | Extraktion, Elution | |
| 3.1.3 | Analysenverfahren | |
| 3.2 | Untersuchung von Bodenluft | |
| 3.3 | Verfahren zur Abschätzung des Stoffeintrags aus Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen in das Grundwasser | |
| 4. | Qualitätssicherung | |
| 4.1 | Probennahme und Probenlagerung | |
| 4.2 | Probenvorbehandlung und Analytik | |
| 5. | Abkürzungsverzeichnis | |
| 5.1 | Maßeinheiten | |
| 5.2 | Instrumentelle Analytik | |
| 5.3 | Sonstige Abkürzungen | |
| 6. | Normen, Technische Regeln und sonstige Methoden, Bezugsquellen | |
| 6.1 | Normen, Technische Regeln und sonstige Methoden | |
| 6.2 | Bezugsquellen | |
| Anhang 2 | ||
| Maßnahmen-, Prüf- und Vorsorgewerte | ||
| 1. | Wirkungspfad Boden – Mensch (direkter Kontakt) | |
| 1.1 | Abgrenzung der Nutzungen | |
| 1.2 | Maßnahmenwerte | |
| 1.3 | Anwendung der Maßnahmenwerte | |
| 1.4 | Prüfwerte | |
| 2. | Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze | |
| 2.1 | Abgrenzung der Nutzungen | |
| 2.2 | Prüf- und Maßnahmenwerte – Ackerbauflächen und Nutzgärten im Hinblick auf die Pflanzenqualität | |
| 2.3 | Maßnahmenwerte – Grünlandflächen im Hinblick auf die Pflanzenqualität | |
| 2.4 | Prüfwerte – Ackerbauflächen im Hinblick auf Wachstumsbeeinträchtigungen bei Kulturpflanzen | |
| 2.5 | Anwendung der Prüf- und Maßnahmenwerte | |
| 3. | Wirkungspfad Boden – Grundwasser | |
| 3.1 | Prüfwerte zur Beurteilung des Wirkungspfads Boden – Grundwasser | |
| 3.2 | Anwendung der Prüfwerte | |
| 4. | Vorsorgewerte für Böden | |
| 4.1 | Vorsorgewerte für Metalle | |
| 4.2 | Vorsorgewerte für organische Stoffe | |
| 4.3 | Anwendung der Vorsorgewerte | |
| 5. | Zulässige zusätzliche jährliche Frachten an Schadstoffen über alle Wirkungspfade | |
| Anhang 3 | ||
| Anforderungen an Sanierungsuntersuchungen und den Sanierungsplan | ||
| 1. | Sanierungsuntersuchungen | |
| 2. | Sanierungsplan | |
| Anhang 4 | ||
| Anforderungen an die Untersuchung und Bewertung von Flächen, bei denen der Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser vorliegt | ||
| 1. | Anwendung | |
| 2. | Untersuchung und Bewertung | |
Einzubeziehen sind dabei auch Erkenntnisse auf Grund allgemeiner Untersuchungen oder Erfahrungswerte aus Vergleichssituationen insbesondere zur Ausbreitung von Schadstoffen.
§ 17 Abs. 1 des Bundes-Bodenschutzgesetzes bleibt unberührt.
Die Zwischenlagerung und die Umlagerung von Bodenmaterial auf Grundstücken im Rahmen der Errichtung oder des Umbaus von baulichen und betrieblichen Anlagen unterliegen nicht den Regelungen dieses Paragraphen, wenn das Bodenmaterial am Herkunftsort wiederverwendet wird.
Dieser Anhang findet Anwendung bei der Untersuchung von Böden, Bodenmaterialien und sonstigen Materialien, die im Boden oder auf den Böden von Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen vorkommen, oder zum Auf- und Einbringen vorgesehen sind, sowie von Bodenluft.
Bei altlastverdächtigen Altablagerungen richten sich der Untersuchungsumfang und die Probennahme, insbesondere hinsichtlich der Untersuchungen auf Deponiegas, leichtflüchtige Schadstoffe, abgelagerte Abfälle und des Übergangs von Schadstoffen in das Grundwasser, nach den Erfordernissen des Einzelfalles.
Im Sinne dieses Anhangs ist der Stand von Verfahren und Methoden der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren und Methoden, der ihre praktische Eignung zu den vorstehend genannten Untersuchungen gesichert erscheinen läßt. Erkenntnisse über solche Verfahren und Methoden und über ihre Anwendung werden durch einen ausgewählten Kreis von Fachleuten aus Bund und Ländern sowie der Betroffenen im Benehmen mit den Ländern zusammengestellt, der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit einberufen wird.
Die Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung beziehen sich auf die Wirkungspfade, für die sich auf Grund der im Einzelfall vorliegenden Informationen der Verdacht einer Gefahr ergibt. Bei der Festlegung des Untersuchungsumfangs sind die Ergebnisse der Erfassung, insbesondere die Kenntnisse oder begründeten Vermutungen über das Vorkommen bestimmter Schadstoffe und deren Verteilung, die gegenwärtige Nutzung und die Nutzung gemäß § 4 Abs. 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und die sich daraus ergebenden Schutzbedürfnisse sowie die sonstigen beurteilungserheblichen örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Die E DIN ISO 10381-3: 02.96 ist zu beachten. Zum Arbeitsschutz wird auf die ZH 1/183: 04.97 hingewiesen.
Bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden – Mensch sind als Nutzungen
und bei der Untersuchung zum Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze die Nutzungen
zu unterscheiden.
Bei Untersuchungen zum Wirkungspfad Boden – Grundwasser ist nicht nach der Art der Bodennutzung zu unterscheiden.
Orientierende Untersuchungen von Verdachtsflächen und altlastverdächtigen Altstandorten sollen insbesondere auch auf die Feststellung und die Einschätzung des Umfangs von Teilbereichen mit unterschiedlich hohen Schadstoffgehalten ausgerichtet werden.
Bei altlastverdächtigen Altablagerungen sind in der Regel Untersuchungen von Deponiegas und auf leichtflüchtige Schadstoffe sowie Untersuchungen insbesondere auch hinsichtlich des Übergangs von Schadstoffen in das Grundwasser durchzuführen.
Sind bei Verdachtsflächen oder altlastverdächtigen Flächen auf Verlangen der dafür zuständigen Behörde Untersuchungen des Grund- oder Oberflächenwassers durchzuführen, ist dies bei der Festlegung von Umfang und Ablauf der orientierenden Untersuchung für Boden- oder Sickerwasseruntersuchungen zu berücksichtigen.
Kann bei Verdachtsflächen nicht auf vorhandene Bodenkartierungen zurückgegriffen werden oder liegen keine geeigneten bodenbezogenen Informationen vor, soll im Rahmen der orientierenden Untersuchung eine bodenkundliche Kartierung oder Bodenansprache am Ort der Probennahme auf der Grundlage der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 4. Auflage, berichtigter Nachdruck 1996, in dem Umfange durchgeführt werden, der für die Gefahrenbeurteilung erforderlich ist.
Die Untersuchungsvorschriften für Böden und Bodenmaterialien gelten für die §§ 9, 10 und 12 entsprechend.
Bei der Detailuntersuchung sollen neben den unter § 3 Abs. 5 und 6 dieser Verordnung genannten Sachverhalten auch die für die Wirkungspfade maßgeblichen Expositionsbedingungen, insbesondere die für die verschiedenen Wirkungspfade bedeutsamen mobilen oder mobilisierbaren Anteile der Schadstoffgehalte, geklärt werden. Es soll auch festgestellt werden, ob sich aus räumlich begrenzten Anreicherungen von Schadstoffen innerhalb einer Verdachtsfläche oder altlastverdächtigen Fläche Gefahren ergeben und ob und wie eine Abgrenzung von nicht belasteten Flächen geboten ist.
Das Vorgehen bei der Probennahme richtet sich insbesondere nach den im Einzelfall berührten Wirkungspfaden, der Flächengröße, der auf Grund der Erfassungsergebnisse vermuteten vertikalen und horizontalen Schadstoffverteilung sowie der gegenwärtigen, der planungsrechtlich zulässigen und der früheren Nutzung. Dabei sind die unter den Nummern 2.1 bis 2.3 genannten Anforderungen zu beachten. Das Vorgehen bei der Probennahme ist zu begründen und zu dokumentieren. Die Anforderungen des Arbeitsschutzes sind zu beachten.
Untersuchungsflächen sollen für die Probennahme in geeignete Teilflächen gegliedert werden. Die Teilung soll auf Grund eines unterschiedlichen Gefahrenverdachts, einer unterschiedlichen Bodennutzung, der Geländeform oder der Bodenbeschaffenheit sowie von Auffälligkeiten, wie z.B. einer unterschiedlichen Vegetationsentwicklung, oder anhand von Erkenntnissen aus der Erfassung erfolgen.
Soll die räumliche Verteilung der Schadstoffe ermittelt werden, ist die zu untersuchende Fläche oder Teilfläche grundsätzlich unter Zuhilfenahme eines Rasters repräsentativ zu beproben. Soweit aus Vorkenntnissen, bei altlastverdächtigen Altstandorten insbesondere nach den Ergebnissen der Erfassung, eine Hypothese über die räumliche Verteilung der Schadstoffe abgeleitet werden kann, ist diese bei der Festlegung der Probennahmestellen und des Rasters zu berücksichtigen. Für die Festlegung von Probennahmestellen können auch Ergebnisse aus einer geeigneten Vor-Ort-Analytik herangezogen werden.
Vermutete Schadstoffanreicherungen sind gezielt zu beproben. Die Beprobung ist, insbesondere hinsichtlich Zahl und räumlicher Anordnung der Probennahmestellen, so vorzunehmen, daß der Gefahrenverdacht geklärt, eine mögliche Gefahr bewertet werden und eine räumliche Abgrenzung von Schadstoffanreicherungen erfolgen kann.
Bei der Festlegung der Beprobungstiefen für die Wirkungspfade Boden – Mensch und Boden – Nutzpflanze sollen für die Untersuchung auf anorganische und schwerflüchtige organische Schadstoffe die in Tabelle 1 genannten Beprobungstiefen zugrundegelegt werden.
| Tabelle 1 Nutzungsorientierte Beprobungstiefe bei Untersuchungen zu den Wirkungspfaden Boden – Mensch und Boden – Nutzpflanze |
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| Wirkungspfad | Nutzung | Beprobungstiefe |
| Boden – Mensch | Kinderspielfläche, Wohngebiet | 0-10 cm 1) 10-35 cm 2) |
| Park- und Freizeitanlage | 0-10 cm 1) | |
| Industrie- und Gewerbegrundstücke | 0-10 cm 1) | |
| Boden – Nutzpflanze | Ackerbau, Nutzgarten | 0-30 cm 3) 30-60 cm |
| Grünland | 0-10 cm 4) 10-30 cm |
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Böden sind möglichst horizontweise zu beproben. Grundlage für die Ermittlung der Horizontabfolge ist die Bodenkundliche Kartieranleitung der Geologischen Landesämter (AG Bodenkunde, 4. Auflage, 1994). Bis in den Unterboden gestörte Böden sind lagenweise zu beproben (siehe Tabelle 1). Die Lagen- oder Horizontmächtigkeit, die durch Entnahme einer Probe repräsentiert werden kann, beträgt in der Regel 30 cm. Mächtigere Horizonte oder Lagen sind gegebenenfalls zu unterteilen. Ergänzend zur Tabelle 1 ist die Beprobungstiefe zu berücksichtigen, für die bei der nach § 4 Abs. 4 des Bundes-Bodenschutzgesetzes zu berücksichtigenden Nutzung besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen. Die Gründe für abweichende Beprobungstiefen sind zu dokumentieren.
Bei der Probennahme ist hinsichtlich der Wirkungspfade folgendes zu beachten:
Im Rahmen der Festlegung der Probennahmestellen und der Beprobungstiefe sollen auch Ermittlungen zu den im Einzelfall vorliegenden Expositionsbedingungen vorgenommen werden, insbesondere über
Für die Beurteilung der Gefahren durch die inhalative Aufnahme von Bodenpartikeln sind die obersten zwei Zentimeter des Bodens maßgebend. Inhalativ bedeutsam sind solche Schadstoffe, für die sich der inhalative Pfad nach den Ableitungsmaßstäben gemäß § 4 Abs. 5 dieser Verordnung als ausschlaggebend für die Festlegung des Prüfwertes erwiesen hat. Durch Rückstellproben ist sicherzustellen, daß der Schadstoffgehalt in der für die Staubbildung relevanten Feinkornfraktion bis 63 mym gegebenenfalls getrennt analysiert werden kann.
Ist auf Grund vorliegender Erkenntnisse davon auszugehen, daß die Schadstoffe in der beurteilungsrelevanten Bodenschicht annähernd gleichmäßig über eine Fläche verteilt sind, kann auf Flächen bis 10 000 qm für jeweils 1 000 qm, mindestens aber von 3 Teilflächen, eine Mischprobe entnommen werden. Die Mischprobe soll aus 15 bis 25 Einzelproben einer Beprobungstiefe gewonnen werden. Bei Flächen unter 500 qm sowie in Hausgärten oder sonstigen Gärten entsprechender Nutzung kann auf eine Teilung verzichtet werden. Für Flächen über 10 000 qm sollen mindestens jedoch 10 Teilflächen beprobt werden.
Bei landwirtschaftlich einschließlich gartenbaulich genutzten Böden mit annähernd gleichmäßiger Bodenbeschaffenheit und Schadstoffverteilung soll auf Flächen bis 10 Hektar in der Regel für jeweils 1 Hektar, mindestens aber von 3 Teilflächen eine Mischprobe entsprechend den Beprobungstiefen entnommen werden. Bei Flächen unter 5 000 qm kann auf eine Teilung verzichtet werden. Für Flächen größer 10 Hektar sollen mindestens jedoch 10 Teilflächen beprobt werden. Die Probennahme erfolgt nach den Regeln der Probennahme auf landwirtschaftlich genutzten Böden (E DIN ISO 10381-1: 02.96, E DIN ISO 10381-4: 02.96) durch 15 bis 25 Einzeleinstiche je Teilfläche, die zu jeweils einer Mischprobe vereinigt werden.
In Nutzgärten erfolgt die Probennahme in der Regel durch Entnahme einer grundstücksbezogenen Mischprobe für jede Beprobungstiefe und im übrigen in Anlehnung an die Regeln der Probennahme auf Ackerflächen.
Für die Eignung von Geräten zur Probennahme ist E DIN ISO 10381-2: 02.96 maßgebend.
Beim Wirkungspfad Boden – Grundwasser ist zur Feststellung der vertikalen Schadstoffverteilung die ungesättigte Bodenzone bis unterhalb einer mutmaßlichen Schadstoffanreicherung oder eines auffälligen Bodenkörpers zu beproben. Die Beprobung erfolgt horizont- oder schichtspezifisch. Im Untergrund dürfen Proben aus Tiefenintervallen bis max. 1 m entnommen werden. In begründeten Fällen ist die Zusammenfassung engräumiger Bodenhorizonte bzw. -schichten bis max. 1 m Tiefenintervall zulässig. Auffälligkeiten sind zu beurteilen und gegebenenfalls gesondert zu beproben. Die Beprobungstiefe soll reduziert werden, wenn erkennbar wird, daß bei Durchbohrung von wasserstauenden Schichten im Untergrund eine hierdurch entstehende Verunreinigung des Grundwassers zu besorgen ist. Ist das Durchbohren von wasserstauenden Schichten erforderlich, sind besondere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Für die Eignung von Geräten zur Probennahme ist DIN 4021: 10.90 maßgebend.
Die Probennahme erfolgt nach VDI-Richtlinie 3865, Blatt 1 und 2.
Die Probennahme erfolgt in Anlehnung an DIN 52101: 03.88 oder nach DIN EN 932-1: 11.96.
Die notwendige Probemenge richtet sich gemäß DIN 18123: 11.96 nach dem Größtkorn und muß ausreichen, um nach sachgerechter Probenvorbehandlung die Laboruntersuchung sowie gegebenenfalls die Bereitstellung von Rückstellproben zu gewährleisten. Eine Abstimmung mit der Untersuchungsstelle sollte erfolgen.
Grobmaterialien (Materialien > 2 mm) und Fremdmaterialien, die möglicherweise Schadstoffe enthalten oder denen diese anhaften können, sind aus der gesamten Probemenge zu entnehmen und gesondert der Laboruntersuchung zuzuführen. Ihr Massenanteil an dem beprobten Bodenhorizont bzw. der Schichteinheit ist zu ermitteln und zu dokumentieren.
Zur Entnahme von Boden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien sind Verfahren anzuwenden, die in der DIN 4021: 10.90 und E DIN ISO 10381-2: 02.96 aufgeführt sind. Bei der Verfahrensauswahl sind über die in der Norm enthaltenen Angaben hinaus die erforderliche Probenmenge und der Aufbau des Untergrundes zu berücksichtigen.
Für die Entnahme von Bodenluftproben gilt VDI-Richtlinie 3865, Blatt 2.
Für die Auswahl von Probengefäßen sowie für Probenkonservierung, -transport und -lagerung sind die entsprechenden Regelungen in den Untersuchungsvorschriften nach Nummer 3.1.3, Tabellen 3 bis 7 einzuhalten. Fehlen derartige Regelungen, sind E DIN ISO 10381-1: 02.96 und DIN EN ISO 5667-3: 04.96 zu beachten.
Der Transport der Bodenproben für die Untersuchung organischer Schadstoffe sowie ihre Lagerung erfolgt gemäß E DIN ISO 14507: 02.96.
Im Falle gestufter Untersuchungen ist für den Einzelfall zu entscheiden, in welcher Abfolge im Feld gewonnene Proben zu analysieren sind, und ob ggf. auch eine Zusammenfassung mehrerer Proben zweckmäßig ist. Die Entscheidung und ihre Gründe sind zu dokumentieren.
Die Probenvorbehandlung, einschließlich der Trocknung des Probenmaterials, erfolgt für die Bestimmung physikalisch-chemischer Eigenschaften (Nummer 3.1.3, Tabelle 3) und die Bestimmung anorganischer Schadstoffe (Nummer 3.1.3, Tabelle 4) nach DIN ISO 11464: 12.96. Für organische Schadstoffe ist E DIN ISO 14507: 02.96 anzuwenden.
Ist bei Böden, Bodenmaterial und sonstigen Materialien (insbesondere Schlacken und Bauschutt) eine Auftrennung in Grob- und Feinanteil erforderlich, hat dies über ein Sieb mit einer Maschenweite von 2 mm in die Fraktionen <= 2 mm (Feinanteil) und > 2 mm (Grobanteil) Korndurchmesser zu erfolgen. Verklumpungen sind zu zerkleinern, wobei aber geringstabile Aggregate (z.B. Carbonat-, Eisen-Konkretionen, Bims) möglichst nicht zerbrochen werden sollten. Beide Fraktionen sind zu wägen, zu beschreiben und zu dokumentieren, und deren Trockenmasseanteil ist zu bestimmen. Der Feinanteil ist zu homogenisieren und zu untersuchen. Bestehen Anhaltspunkte für einen erhöhten Schadstoffgehalt der Fraktion > 2 mm, ist diese Fraktion zu gewinnen und nach Vorzerkleinerung und Homogenisierung ebenfalls zu untersuchen. Im Probenmaterial enthaltene Fremdmaterialien sind erforderlichenfalls getrennt zu untersuchen und bei der Bewertung zu berücksichtigen.
Repräsentative Teile der im Feld entnommenen Proben sind als Rückstellproben aufzubewahren. Art und Umfang der Rückstellung sind nach den Erfordernissen des Einzelfalls zu vereinbaren.
Königswasserextrakt
Die Bestimmung des Gehaltes an anorganischen Schadstoffen zum Vergleich der Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden – Mensch mit den Werten nach Anhang 2 Nummer 1 mit Ausnahme der Cyanide, für den Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze auf Ackerbauflächen und in Nutzgärten bezüglich Arsen und Quecksilber nach Anhang 2 Nummer 2.2 und für den Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze auf Grünland nach Anhang 2 Nummer 2.3 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte nach Anhang 2 Nummer 4.1 erfolgt aus dem Königswasserextrakt nach DIN ISO 11466: 06.97 aus aufgemahlenen Proben (Korngröße < 150 mym).
Ammoniumnitratextraktion
Der Ammoniumnitratextrakt nach DIN 19730: 06.97 ist zur Ermittlung der Gehalte anorganischer Schadstoffe für die Bewertung der Schadstoffe im Wirkungspfad Boden – Nutzpflanze auf Ackerbauflächen und in Nutzgärten im Hinblick auf die Pflanzenqualität bezüglich Cadmium, Blei und Thallium nach Anhang 2 Nummer 2.2 sowie auf Ackerbauflächen im Hinblick auf Wachstumsbeeinträchtigungen bei Kulturpflanzen nach Anhang 2 Nummer 2.4 anzuwenden und kann zur Abschätzung von anorganischen Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser nach Nummer 3.3 dieses Anhangs eingesetzt werden.
Extraktion organischer Schadstoffe
Die Bestimmung des Gehaltes an organischen Schadstoffen zum Vergleich der Schadstoffaufnahme auf dem Wirkungspfad Boden – Mensch mit den Werten nach Anhang 2 Nummer 1.2 sowie hinsichtlich der Vorsorgewerte nach Anhang 2 nummer 4.2 erfolgt aus den in Nummer 3.1.3, Tabelle 5 angegebenen Bodenextrakten. Sollen andere Verfahren angewendet werden, ist dies zu begründen und nachzuweisen, daß deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der oben angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar sind.
Elution mit Wasser
Für die Herstellung von Eluaten mit Wasser zur Abschätzung von Schadstoffkonzentrationen im Sickerwasser nach Nummer 3.3 dieses Anhangs sind die in Tabelle 2 angegebenen Verfahren anzuwenden.
| Tabelle 2 Verfahren zur Herstellung von Eluaten mit Wasser |
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| Verfahren | Verfahrenshinweise | Methode |
| anorganische Stoffe | ||
| Bodensättigungsextrakt | Verfahren siehe (1) | |
| Elution mit Wasser |
|
DIN 38414-4: 10.84 |
| organische Stoffe | ||
| Säulen- oder Lysimeterversuch | Die zu erwartende Geschwindigkeit, mit der sich stoffspezifisch die Gleichgewichtskonzentration einstellt, ist zu beachten. | |
Böden, Bodenmaterial und sonstige Materialen
Die Analyse von Böden, Bodenmaterial und gegebenenfalls von sonstigen Materialien ist nach den in den Tabellen 3 bis 5 aufgeführten Untersuchungsverfahren auszuführen.
Sollen unter Nennung der Gründe andere Verfahren angewendet werden, ist nachzuweisen und zu dokumentieren, daß deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der in den Tabellen 3 bis 5 angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar sind. Inwieweit einzelne Verfahren insbesondere auch unter den unter Nummer 4.2 genannten Gesichtspunkten anwendbar sind, ist im Einzelfall zu prüfen. Die Schadstoffgehalte sind auf Trockenmasse (105 Grad C) zu beziehen. Sie müssen in der gleichen Einheit wie die entsprechenden Prüf-, Maßnahmen- und Vorsorgewerte in Anhang 2 angegeben werden.
| Tabelle 3 Analyse physikalisch-chemischer Eigenschaften |
||
| Untersuchungsparameter | Verfahrenshinweise | Methode |
| Bestimmung der Trockenmasse | feldfrische oder luftgetrocknete Bodenproben | DIN ISO 11465: 12.96 |
| Organischer Kohlenstoff und Gesamtkohlenstoff nach trockener Verbrennung | luftgetrocknete Bodenproben | DIN ISO 10694: 08.96 |
| pH-Wert (CaCl(tief)2) | Suspension der feldfrischen oder luftgetrockneten Bodenprobe in CaCl(tief)2-Lösung; c(CaCl(tief)2): 0,01 mol/l | DIN ISO 10390: 05.97 |
| Korngrößenverteilung |
|
Bodenkundliche Kartieranleitung, 4. Auflage, 1994; DIN 19682-2: 04.97 |
|
E DIN ISO 11277: 06.94 DIN 19683-2: 04.97 | |
|
DIN 18123: 11.96 E DIN ISO 11277: 06.94 | |
| Rohdichte | Trocknung einer volumengerecht entnommenen Bodenprobe bei 105 Grad C, rückwiegen | E DIN ISO 11272: 01.94 DIN 19683-12: 04.73 |
|
||
| Tabelle 4 Analyse anorganischer Schadstoffgehalte |
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| Untersuchungsparameter | Verfahrenshinweise | Methode |
| Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, Tl, Zn | AAS | E DIN ISO 11047: 06.95 |
| As, Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, Tl, Zn | ICP-AES (ICP-MS möglich) Berücksichtigung von spektralen Störungen bei hohen Matrixkonzentrationen erforderlich | DIN EN ISO 11885: 04.98 |
| Arsen (As) | ET-AAS | In Analogie zu E DIN ISO 11047: 06.95 |
| Hydrid-AAS | DIN EN ISO 11969: 11.96 | |
| Quecksilber (Hg) | AAS-Kaltdampftechnik Bei der Probenvorbehandlung darf die Trocknungstemperatur 40 Grad C nicht überschreiten | DIN EN 1483: 08.97 Reduktion mit Zinn(II)-chlorid oder NaBH4 |
| Chrom (VI) |
|
Spektralphotometrie DIN 19734: 01.99 |
|
DIN 38405-24: 05.87 | |
| Cyanide | E DIN ISO 11262: 06.94 | |
| Tabelle 5 Analyse organischer Schadstoffgehalte |
||
| Untersuchungsparameter | Verfahrenshinweise | Methode |
| Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): 16 PAK (EPA) Benzo(a)pyren |
|
Merkblatt Nr. 1 des LUA-NRW, 1994 *) |
|
Merkblatt Nr. 1 des LUA-NRW, 1994 *) | |
|
E DIN ISO 13877: 06.95 | |
|
VDLUFA-Methodenbuch, Band VII; Handbuch Altlasten Bd. 7, LfU HE | |
| Hexachlorbenzol | Extraktion mit Aceton/ Cyclohexan-Gemisch oder Aceton/Petrolether, ggf. Chromatographische Reinigung nach Entfernen des Acetons; Quantifizierung mittels GC-ECD oder GC-MS | E DIN ISO 10382: 02.98 |
| Pentachlorphenol | Soxhlet-Extraktion mit Heptan oder Aceton/ Heptan (50:50); Derivatisierung mit Essigsäureanhydrid; Quantifizierung mittels GC-ECD oder GC-MS | E DIN ISO 14154: 10.97 |
| Aldrin, DDT, HCH-Gemisch |
|
E DIN ISO 10382: 02.98 *) |
|
VDLUFA-Methodenbuch, Band VII | |
| Polychlorierte Biphenyle (PCB): 6 PCB-Kongenere (Nr. 28, 52, 101, 138, 153, 180 nach Ballschmiter) |
|
E DIN ISO 10382: 02.98 |
|
DIN 38414-20: 01.96 | |
|
VDLUFA-Methodenbuch, Band VII | |
| Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane | Soxhlet-Extraktion gefriergetrockneter Proben mit Toluol, chromatographische Reinigung; Quantifizierung mittels GC-MS | nach Klärschlammverordnung unter Beachtung von DIN 38414-24: 2000-10 |
|
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Eluate und Sickerwasser
Die analytische Bestimmung der anorganischen Stoffkonzentrationen in Eluaten und Sickerwasser ist nach den in Tabelle 6 aufgeführten Analyseverfahren durchzuführen, die Bestimmung der organischen Stoffkonzentrationen im Sickerwasser erfolgt nach den in Tabelle 7 genannten Methoden.
Sollen unter Nennung der Gründe andere Verfahren angewendet werden, ist nachzuweisen, daß deren Ergebnisse mit den Ergebnissen der in Tabelle 6 und 7 angegebenen Verfahren gleichwertig oder vergleichbar sind.
| Untersuchungsparameter | Verfahrenshinweise | Methode |
|---|---|---|
| As, Cd, Cr, Co, Cu, Mo, Ni, Pb, Sb, Se, Sn, Tl, Zn | ICP-AES (ICP-MS möglich) | Auf der Grundlage DIN EN ISO 11885: 04.98 1*) |
| Arsen (As), Antimon (Sb) | Hydrid-AAS | DIN EN ISO 11969: 11.96 |
| Blei (Pb) | AAS | DIN 38406-6: 07.98 |
| Cadmium (Cd) | AAS | DIN EN ISO 5961: 05.95 |
| Chrom (Cr), gesamt | AAS | DIN EN 1233: 08.96 |
| Chrom (Cr VI) | Spektralphotometrie Ionenchromatographie | DIN 38405-24: 05.87 |
| DIN EN ISO 10304-3: 11.97 | ||
| Cobalt (Co) | AAS | DIN 38406-24: 03.93 |
| Kupfer (Cu) | AAS | DIN 38406-7: 09.91 |
| Nickel (Ni) | AAS | DIN 38406-11: 09.91 |
| Quecksilber (Hg) | AAS-Kaltdampftechnik | DIN EN 1483: 08.97 |
| Selen (Se) | AAS | DIN 38405-23: 10.94 |
| Zink (Zn) | AAS | DIN 38406-8: 10.80 |
| Cyanid (CN-), gesamt | Spektralphotometrie | DIN 38405-13: 02.81 |
| E DIN EN ISO 14403: 05.98 | ||
| Cyanid (CN-), leicht freisetzbar | Spektralphotometrie | DIN 38405-13: 02.81 |
| Fluorid (F-) | Fluoridsensitive | DIN 38405-4: 07.85 |
| Elektrode Ionenchromatographie | DIN EN ISO 10304-1: 04.95 |
| Untersuchungsparameter | Verfahrenshinweise | Methode |
|---|---|---|
| Benzol | GC-FID | DIN 38407-9: 05.91 2*) |
| BTEX | GC-FID Matrixbelastung beachten | DIN 38407-9: 05.91 |
| Leichtflüchtige Halogenkohlenwasserstoffe (LHKW) | GC-ECD | DIN EN ISO 10301: 08.97 |
| Aldrin | GC-ECD (GC-MS möglich) | DIN 38407-2: 02.93 |
| DDT | GC-ECD (GC-MS möglich) | DIN 38407-2: 02.93 |
| Phenole | GC-ECD | ISO/DIS 8165-2: 01.97 |
| Chlorphenole | GC-ECD oder GC-MS | ISO/DIS 8165-2: 01.97 |
| Chlorbenzole | GC-ECD (GC-MS möglich) | DIN 38407-2: 02.93 |
| PCB, gesamt | GC-ECD | DIN EN ISO 6468: 02.97 |
| DIN 51527-1: 05.87 | ||
| GC-ECD oder GC-MS | DIN 38407-3: 07.98 | |
| PAK, gesamt | HPLC-F | DIN 38407-8: 10.95 |
| Naphthalin | GC-FID oder GC-MS | DIN 38407-9: 05.91 |
| Mineralölkohlenwasserstoffe | Extraktion mit Petrolether, gaschromatographische Quantifizierung | nach ISO/TR 11046: 06.94 |
Die Untersuchung von Bodenluft erfolgt nach VDI-Richtlinie 3865 Blatt 2 und 3.
Die Stoffkonzentrationen und -frachten im Sickerwasser und der Schadstoffeintrag in das Grundwasser im Übergangsbereich von der ungesättigten zur wassergesättigten Bodenzone (Ort der Beurteilung) können abgeschätzt werden, es sei denn, günstige Umstände ermöglichen eine repräsentative Beprobung von Sickerwasser am Ort der Beurteilung.
Diese Abschätzung kann annäherungsweise
auch unter Anwendung von Stofftransportmodellen erfolgen.
Die Stoffkonzentrationen im Sickerwasser können am Ort der Probennahme
Die Analysenergebnisse der Untersuchung von Sickerwasser, Grundwasser, Extrakten und Eluaten sowie von Bodenproben sind mit dem jeweiligen Untersuchungsverfahren anzugeben. Die darauf beruhende Abschätzung der Sickerwasserbeschaffenheit und -frachten für den Übergangsbereich von der ungesättigten zur wassergesättigten Zone ist im einzelnen darzulegen und zu begründen.
Für die Abschätzung sind insbesondere Verfahren heranzuziehen, die mit Erfolg bei praktischen Fragestellungen angewendet worden sind. Hierzu sind im Einzelfall gutachterliche Feststellungen zu treffen.
Ergänzend sind folgende Anwendungshinweise zu beachten:
Wenn im Einzelfall einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast ein Zutritt von sauren Sickerwässern, ein Zutritt von Lösevermittlern bzw. eine Änderung des Redoxpotentials zu erwarten ist, sollten entsprechende weitere Extraktionsverfahren angewendet werden.
Bei der Abschätzung des Schadstoffeintrags im Übergangsbereich von der ungesättigten zur gesättigten Zone ist insbesondere die Abbau- und Rückhaltewirkung der ungesättigten Zone zu berücksichtigen. Hierbei sind vor allem folgende Kriterien maßgebend:
Der Einfluß dieser Faktoren auf die Stoffrückhaltung in der ungesättigten Zone wird auf Grund allgemein vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen für den jeweiligen Standort abgeschätzt. Auch der Einsatz von Stofftransportmodellen kann zweckmäßig sein.
Bei direkter Beprobung und Untersuchung von Sickerwasser ist bei der Bewertung der gemessenen Stoffkonzentrationen deren witterungsbedingte Dynamik zu berücksichtigen.
Die Festlegung der Probennahmestellen und der Beprobungstiefen sowie die Probennahme sind durch hierfür qualifiziertes Personal durchzuführen.
Probennahme, Probentransport und Probenlagerung haben so zu erfolgen, daß eine Beeinflussung der chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit des Probenmaterials durch Arbeitsverfahren und/oder -materialien sowie aus Lagerungsbedingungen so weit wie möglich ausgeschlossen wird.
Die Probennahme ist zu dokumentieren. Die Dokumentation soll alle für die Laboruntersuchung und die Auswertung der Untersuchungsergebnisse relevanten Informationen enthalten, insbesondere Angaben zu
Bestehende Normen, Regelungen der Länder und fachliche Regeln zur Qualitätssicherung sind zu beachten.
Es sind geeignete interne und externe Qualitätssicherungsmaßnahmen, insbesondere hinsichtlich der Reproduzierbarkeit (Präzision) und Richtigkeit der Untersuchungsergebnisse, durchzuführen, zu überwachen und zu dokumentieren.
Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen sind insbesondere:
Externe Qualitätssicherungsmaßnahmen sind insbesondere:
Für die angewendeten Untersuchungsverfahren sind die Nachweis- und Bestimmungsgrenzen nach DIN 32645: 05.94 anzugeben. Das Bestimmungsverfahren ist so auszuwählen, daß auf Grund der Bestimmungsgrenze die Über- und Unterschreitung der entsprechenden Prüf-, Maßnahmen- und Vorsorgewerte nach Anhang 2 sicher beurteilt werden kann. Die angewendeten Bestimmungsverfahren sind zu dokumentieren.
Für das Analysenergebnis ist eine Meßunsicherheit gemäß DIN 1319-3: 05.96 und/oder DIN 1319-4: 12.85 anzugeben.
| 1 ng (Nanogramm) | = 10(hoch)-9 g | = 0,000 000 001 Gramm | ||
| 1 myg (Mikrogramm) | = 10(hoch)-6 g | = 0,000 001 Gramm | ||
| 1 mg (Milligramm) | = 10(hoch)-3 g | = 0,001 Gramm | ||
| 1 kg (Kilogramm) | = 10(hoch) 3 g | = 1 000 Gramm | ||
| 1 mym (Mikrometer) | = 10(hoch)-6 m | = 0,000 001 Meter | ||
| 1 mm (Millimeter) | = 10(hoch)-3 m | = 0,001 Meter | ||
| 1 cm (Zentimeter) | = 10(hoch)-2 m | = 0,01 Meter | ||
| 1 ha (Hektar) | = 10(hoch) 4 qm | = 10 000 Quadratmeter | ||
| Grad C – Grad Celsius | ||||
| 5.2 | Instrumentelle Analytik | |||
| AAS | – | Atomabsorptionsspektrometrie | ||
| ET AAS | – | Atomabsorptionsspektrometrie mit elektrothermaler Anregung | ||
| ICP-AES | – | Atomemissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma | ||
| GC | – | Gaschromatographie | ||
| HPLC | – | Hochleistungsflüssigkeitschromatographie | ||
| Detektoren (GC, HPLC): | ||||
| DAD | – | Dioden-Array-Detektor | ||
| ECD | – | Elektroneneinfangdetektor | ||
| FID | – | Flammenionisationsdetektor | ||
| F | – | Fluoreszenzdetektor | ||
| UV | – | Ultraviolett-Detektor | ||
| MS | – | Massenspektrometer | ||
| 5.3 | Sonstige Abkürzungen | |||
| TM | – | Trockenmasse | ||
| I-TEq | – | Internationale Toxizitätsäquivalente | ||
| PTFE | – | Polytetrafluorethylen | ||
| 6 PCB-Kongonere (PCB(tief)6) nach Ballschmiter: | ||||
| Nr. 28: | 2,4,4′ | Trichlorbiphenyl | ||
| Nr. 52: | 2,2′,5,5′ | Tetrachlorbiphenyl | ||
| Nr. 101: | 2,2′,4,5,5′ | Pentachlorbiphenyl | ||
| Nr. 138: | 2,2′,3,4,4′,5′ | Hexachlorbiphenyl | ||
| Nr. 153: | 2,2′,4,4′,5,5′ | Hexachlorbiphenyl | ||
| Nr. 180: | 2,2′,3,4,4′,5,5′ | Heptachlorbiphenyl | ||
| 16 PAK (EPA): | ||||
| Naphthalin | ||||
| Acenaphthylen | ||||
| Acenaphthen | ||||
| Fluoren | ||||
| Phenanthren | ||||
| Anthracen | ||||
| Fluoranthen | ||||
| Pyren | ||||
| Benz(a)anthracen | ||||
| Chrysen | ||||
| Benzo(b)fluoranthen | ||||
| Benzo(k)fluoranthen | ||||
| Benzo(a)pyren | ||||
| Dibenz(a,h)anthracen | ||||
| Indeno(1,2,3-cd)pyren | ||||
| Benzo(g,h,i)perylen | ||||
E DIN ISO 10381 – 1: 02.96
Bodenbeschaffenheit – Probenahme – Teil 1: Anleitung zur Aufstellung von Probenahmeprogrammen (ISO/DIS 10381 – 1: 1995)
E DIN ISO 10381 – 2: 02.96
Bodenbeschaffenheit – Probenahme – Teil 2: Anleitung für Probenahmeverfahren (ISO/DIS 10381 – 2: 1995)
E DIN ISO 10381 – 3: 02.96
Bodenbeschaffenheit – Probenahme – Teil 3: Anleitung zur Sicherheit (ISO/DIS 10381 – 3: 1995)
E DIN ISO 10381 – 4: 02.96
Bodenbeschaffenheit – Probenahme – Teil 4: Anleitung für das Vorgehen bei der Untersuchung von natürlichen, naturnahen und Kulturstandorten (ISO/DIS 10381 – 4: 1995)
E DIN ISO 10382: 02.98
Bodenbeschaffenheit – Gaschromatographische Bestimmung des Gehaltes an polychlorierten Biphenylen (PCB) und Organopestiziden (OCP) (ISO/CD 10382: 1995)
DIN ISO 10390: 05.97
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung des pH-Wertes (ISO 10390: 1994)
DIN ISO 10694: 08.96
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von organischem Kohlenstoff und Gesamtkohlenstoff nach trockener Verbrennung (Elementaranalyse) (ISO 10694: 1995)
ISO/TR 11046: 06.94
Soil quality – Determination of mineral oil content – Methods by infrared spectrometry and gas chromatographic method
E DIN ISO 11047: 06.95
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von Cadmium, Chrom, Cobalt, Kupfer, Blei, Mangan, Nickel und Zink – Flammen- und elektrothermisches atomabsorptionsspektrometrisches Verfahren (ISO/DIS 11047)
E DIN ISO 11262: 06.94
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von Cyaniden
E DIN ISO 11272: 01.94
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung der Trockenrohdichte (ISO/DIS 11272: 1992)
E DIN ISO 11277: 06.94
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung der Partikelgrößenverteilung in Mineralböden – Verfahren durch Sieben und Sedimentation nach Entfernen der löslichen Salze, der organischen Substanz und der Carbonate (ISO/DIS 11277: 1994)
DIN ISO 11464: 12.96
Bodenbeschaffenheit – Probenvorbehandlung für physikalisch-chemische Untersuchungen (ISO/DIS 11464: 1994)
DIN ISO 11465: 12.96
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung des Trockenrückstandes und des Wassergehalts auf Grundlage der Masse – Gravimetrisches Verfahren (ISO 11465: 1993)
DIN ISO 11466: 06.97
Bodenbeschaffenheit – Extraktion in Königswasser löslicher Spurenelemente (ISO 11466: 1995)
E DIN ISO 13877: 06.95
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) – Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) Verfahren (ISO/DIS 13877)
E DIN ISO 14154: 10.97
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von ausgewählten Chlorphenolen in Böden – Gaschromatographisches Verfahren (ISO/CD 14154: 1997)
E DIN ISO 14507: 02.96
Bodenbeschaffenheit – Probenvorbehandlung für die Bestimmung von organischen Verunreinigungen in Böden (ISO/DIS 14507)
DIN 19730: 06.97
Bodenbeschaffenheit – Extraktion von Spurenelementen mit Ammoniumnitratlösung
DIN 19731: 05.98
Bodenbeschaffenheit – Verwertung von Bodenmaterial
DIN 19734: 01.99
Bodenbeschaffenheit – Bestimmung von Chrom(VI) in phosphatgepufferter Lösung
DIN 19682 – 2: 04.97
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau – Felduntersuchungen – Teil 2: Bestimmung der Bodenart
DIN 19683 – 2: 04.97
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau – Physikalische Laboruntersuchungen, Bestimmung der Korngrößenzusammensetzung nach Vorbehandlung mit Natriumpyrophosphat
DIN 19683 – 12: 04.73
Bodenuntersuchungsverfahren im Landwirtschaftlichen Wasserbau; Physikalische Laboruntersuchungen, Bestimmung der Rohdichte
DIN EN 1233: 08.96
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung von Chrom – Verfahren mittels Atomabsorptionsspektrometrie; Deutsche Fassung EN 1233: 1996
DIN EN ISO 5667 – 3: 04.96
Wasserbeschaffenheit – Probenahme – Teil 3: Anleitung zur Konservierung und Handhabung von Proben (ISO 5667 – 3: 1994); Deutsche Fassung EN ISO 5667 – 3: 1995 (A 21)
DIN EN ISO 5961: 05.95
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung von Cadmium durch Atomabsorptionsspektrometrie (ISO 5961: 1994); Deutsche Fassung EN ISO 5961: 1995 (A 19)
DIN EN ISO 6468: 02.97
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung ausgewählter Organoinsektizide, Polychlorbiphenyle und Chlorbenzole; Gaschromatographisches Verfahren nach Flüssig-Flüssig-Extraktion (ISO 6468: 1996); Deutsche Fassung EN ISO 6468: 1996
ISO/DIS 8165 – 2: 01.97
Water quality – Determination of Selected Monohydric Phenols by Derivatisation and Gas Chromatography
DIN EN ISO 10301: 08.97
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung leichtflüchtiger halogenierter Kohlenwasserstoffe – Gaschromatographische Verfahren (ISO 10301: 1997); Deutsche Fassung EN ISO 10301: 1997
DIN EN ISO 10304 – 1: 04.95
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung der gelösten Anionen Fluorid, Chlorid, Nitrit, Orthophosphat, Bromid, Nitrat und Sulfat mittels Ionenchromatographie – Teil 1: Verfahren für gering belastete Wässer (ISO 10304 – 1: 1992); Deutsche Fassung EN ISO 10304 – 1: 1995 (D 19)
DIN EN ISO 10304 – 3: 11.97
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung der gelösten Anionen mittels Ionenchromatographie – Teil 3: Bestimmung von Chromat, Iodid, Sulfit, Thiocyanat und Thiosulfat (ISO 10304 – 3: 1997); Deutsche Fassung EN ISO 10304 – 3: 1997 (D 22)
DIN EN ISO 11885: 04.98
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung von 33 Elementen durch induktiv gekoppelte Plasma-Atom-Emissionsspektrometrie (ISO 11885: 1996); Deutsche Fassung EN ISO 11885: 1997
DIN EN ISO 11969: 11.96
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung von Arsen – Atomabsorptionsspektrometrie (Hydridverfahren)
E DIN EN ISO 14403: 05.98
Wasserbeschaffenheit – Bestimmung des gesamten Cyanids und des freien Cyanids mit der kontinuierlichen Fließanalytik (ISO/DIS 14403: 1998); Deutsche Fassung prEN ISO 14403: 1998
DIN 38405 – 4: 07.85
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Anionen (Gruppe D); Bestimmung von Fluorid (D 4)
DIN 38405 – 13: 02.81
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Anionen (Gruppe D); Bestimmung von Cyaniden (D 13)
DIN 38405 – 23: 10.94
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Anionen (Gruppe D) – Teil 23: Bestimmung von Selen mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (D 23)
DIN 38405 – 24: 05.87
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Anionen (Gruppe D) – Teil 24: Photometrische Bestimmung von Chrom(VI) mittels 1,5-Diphenylcarbazid (D 24)
DIN 38406 – 6: 07.98
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Kationen (Gruppe E) – Bestimmung von Blei mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 6)
DIN 38406 – 7: 09.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen (Gruppe E); Bestimmung von Kupfer mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 7)
DIN 38406 – 8: 10.80
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen (Gruppe E); Bestimmung von Zink (E 8)
DIN 38406 – 11: 09.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen (Gruppe E); Bestimmung von Nickel mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 11)
DIN 38406 – 24: 03.93
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Kationen (Gruppe E); Bestimmung von Cobalt mittels Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) (E 24)
DIN 38407 – 2: 02.93
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam erfaßbare Stoffgruppen (Gruppe F); Gaschromatographische Bestimmung von schwerflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (F 2)
DIN 38407 – 3: 07.98
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam erfaßbare Stoffgruppen (Gruppe F); Teil 3: Gaschromatographische Bestimmung von polychlorierten Biphenylen (F 3)
DIN 38407 – 8: 10.95
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam erfaßbare Stoffgruppen (Gruppe F); Bestimmung von 6 polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Wasser mittels Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) mit Fluoreszenzdetektion (F 8)
DIN 38407 – 9: 05.91
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Gemeinsam erfaßbare Stoffgruppen (Gruppe F); Bestimmung von Benzol und einigen Derivaten mittels Gaschromatographie (F 9)
DIN 38414 – 2: 11.85
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Schlamm und Sedimente (Gruppe S); Bestimmung des Wassergehaltes und des Trockenrückstandes bzw. der Trockensubstanz (S 2)
DIN 38414 – 4: 10.84
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung; Schlamm und Sedimente (Gruppe S); Bestimmung der Eluierbarkeit mit Wasser (S 4)
DIN 38414 – 20: 01.96
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Schlamm und Sedimente (Gruppe S) – Teil 20: Bestimmung von 6 polychlorierten Biphenylen (PCB) (S 20)
DIN 38414-24:2000-10
Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Schlamm und Sedimente (Gruppe S) – Teil 24: Bestimmung von polychlorierten Dibenzodioxinen (PCDD) und polychlorierten Dibenzofuranen (PCDF) (S 24)
DIN EN 1483: 08.97
Wasseranalytik – Bestimmung von Quecksilber; Deutsche Fassung EN 1483: 1997 (E 12)
DIN 32645: 05.94
Chemische Analytik – Nachweis-, Erfassungs- und Bestimmungsgrenze – Ermittlung unter Wiederholungsbedingungen – Begriffe, Verfahren, Auswertung
DIN 1319 – 3: 05.96
Grundlagen der Meßtechnik – Teil 3: Auswertung von Messungen einer Meßgröße, Meßunsicherheit
DIN 1319 – 4: 12.85
Grundbegriffe der Meßtechnik; Behandlung von Unsicherheiten bei der Auswertung von Messungen
DIN EN 45001: 05.90
Allgemeine Kriterien zum Betreiben von Prüflaboratorien; Identisch mit EN 45001: 1989
DIN 4021: 10.90
Baugrund – Aufschluß durch Schürfe und Bohrungen sowie Entnahme von Proben
DIN 18123: 11.96
Baugrund – Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung
DIN EN 932 – 1: 11.96
Prüfverfahren für allgemeine Eigenschaften von Gesteinskörnungen – Teil 1: Probenahmeverfahren; Deutsche Fassung EN 932-1: 1996
DIN 52101: 03.88
Prüfung von Naturstein und Gesteinskörnungen – Probenahme
DIN 51527 – 1: 05.87
Prüfung von Mineralölerzeugnissen; Bestimmung polychlorierter Biphenyle (PCB) – Flüssigchromatographische Vortrennung und Bestimmung 6 ausgewählter PCB mittels eines Gaschromatographen mit Elektronen-Einfang-Detektor (ECD)
ZH 1/183: 04.97
Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in kontaminierten Bereichen, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften – Fachausschuß Tiefbau, Ausgabe April 1997
VDI-Richtlinie 3865: Messen organischer Bodenverunreinigungen
Arbeitsgruppe Bodenkunde der Geologischen Landesämter und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung. – 4. Auflage, berichtigter Nachdruck Hannover 1996, E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart
Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LUA NRW): Bestimmung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Bodenproben. Merkblätter LUA NRW Nr. 1, Essen 1994
Hessische Landesanstalt für Umwelt (LfU HE): Bestimmung von Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen in Feststoffen aus dem Altlastenbereich. Handbuch Altlasten, Band 7, Wiesbaden 1998
Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA): Methodenbuch, Band VII Umweltanalytik, VDLUFA-Verlag Darmstadt 1996
Die in dieser Verordnung aufgeführten Normen, Technische Regeln und sonstigen Methodenvorschriften sind zu beziehen:
| Maßnahmenwerte (ng l-TEq/kg TM) 1*) | ||||
| Stoff | Kinderspielflächen | Wohngebiete | Park- u. Freizeitanlagen | Industrie- und Gewerbegrundstücke |
| Dioxine/Furane (PCDD/F) | 100 | 1 000 | 1 000 | 10 000 |
Bei Vorliegen dioxinhaltiger Laugenrückstände aus Kupferschiefer (“Kieselrot”) erfolgt eine Anwendung der Maßnahmenwerte aufgrund der geringen Resorption im menschlichen Organismus nicht unmittelbar zum Schutz der menschlichen Gesundheit als vielmehr zum Zweck der nachhaltigen Gefahrenabwehr.
| Prüfwerte (mg/kg TM) | ||||
| Stoff | Kinderspielflächen | Wohngebiete | Park- u. Freizeitanlagen | Industrie- und Gewerbegrundstücke |
| Arsen | 25 | 50 | 125 | 140 |
| Blei | 200 | 400 | 1 000 | 2 000 |
| Cadmium | 10 1) | 20 1) | 50 | 60 |
| Cyanide | 50 | 50 | 50 | 100 |
| Chrom | 200 | 400 | 1 000 | 1 000 |
| Nickel | 70 | 140 | 350 | 900 |
| Quecksilber | 10 | 20 | 50 | 80 |
| Aldrin | 2 | 4 | 10 | – |
| Benzo(a)pyren | 2 | 4 | 10 | 12 |
| DDT | 40 | 80 | 200 | – |
| Hexachlorbenzol | 4 | 8 | 20 | 200 |
|
||||
| Prüfwerte (mg/kg TM) | ||||
| Stoff | Kinderspielflächen | Wohngebiete | Park- u. Freizeitanlagen | Industrie- und Gewerbegrundstücke |
| Hexachlorcyclohexan (HCH-Gemisch oder Beta-HCH) | 5 | 10 | 25 | 400 |
| Pentachlorphenol | 50 | 100 | 250 | 250 |
| Polychlorierte Biphenyle (PCB(tief)6) 2) | 0,4 | 0,8 | 2 | 40 |
|
||||
| Ackerbau, Nutzgarten | |||
|---|---|---|---|
| Stoff | Methode 11) | Prüfwert | Maßnahmenwert |
| Arsen | KW | 200 22) | – |
| Cadmium | AN | – | 0,04/0,1 33) |
| Blei | AN | 0,1 | – |
| Quecksilber | KW | 5 | |
| Thallium | AN | 0,1 | – |
| Benzo(a)pyren | – | 1 | – |
| Grünland | |
|---|---|
| Stoff | Maßnahmenwert |
| Arsen | 50 |
| Blei | 1 200 |
| Cadmium | 20 |
| Kupfer | 1 300 11) |
| Nickel | 1 900 |
| Quecksilber | 2 |
| Thallium | 15 |
| Polychlorierte Biphenyle (PCB(tief)6) | 0,2 |
| Ackerbau | |
|---|---|
| Stoff | Prüfwert |
| Arsen | 0,4 |
| Kupfer | 1 |
| Nickel | 1,5 |
| Zink | 2 |
Die Prüf- und Maßnahmenwerte gelten für die Beurteilung der Schadstoffgehalte in der Bodentiefe von 0 bis 30 cm bei Ackerbauflächen und in Nutzgärten sowie in der Bodentiefe von 0 bis 10 cm bei Grünland entsprechend Anhang 1 Nr. 2.1 Tabelle 1. Für die in Anhang 1 Nr. 2.1 Tabelle 1 genannten größeren Bodentiefen gelten die 1,5fachen Werte.
| Anorganische Stoffe | Prüfwert (myg/l) |
| Antimon | 10 |
| Arsen | 10 |
| Blei | 25 |
| Cadmium | 5 |
| Chrom, gesamt | 50 |
| Chromat | 8 |
| Kobalt | 50 |
| Kupfer | 50 |
| Molybdän | 50 |
| Nickel | 50 |
| Quecksilber | 1 |
| Selen | 10 |
| Zink | 500 |
| Zinn | 40 |
| Cyanid, gesamt | 50 |
| Cyanid, leicht freisetzbar |
10 |
| Fluorid | 750 |
| Organische Stoffe | Prüfwert (myg/l) |
| Mineralölkohlenwasserstoffe 1) | 200 |
| BTEX 2) | 20 |
| Benzol | 1 |
| LHKW 3) | 10 |
| Aldrin | 0,1 |
| DDT | 0,1 |
| Phenole | 20 |
| PCB, gesamt 4) | 0,05 |
| PAK, gesamt 5) | 0,20 |
| Naphthalin | 2 |
|
|
| Böden | Cadmium | Blei | Chrom | Kupfer | Quecksilber | Nickel | Zink |
| Bodenart Ton | 1,5 | 100 | 100 | 60 | 1 | 70 | 200 |
| Bodenart Lehm/ Schluff | 1 | 70 | 60 | 40 | 0,5 | 50 | 150 |
| Bodenart Sand | 0,4 | 40 | 30 | 20 | 0,1 | 15 | 60 |
| Böden mit naturbedingt und großflächig siedlungsbedingt erhöhten Hintergrundgehalten | unbedenklich, soweit eine Freisetzung der Schadstoffe oder zusätzliche Einträge nach § 9 Abs. 2 und 3 dieser Verordnung keine nachteiligen Auswirkungen auf die Bodenfunktionen erwarten lassen | ||||||
| 4.2 Vorsorgewerte für organische Stoffe (in mg/kg Trockenmasse, Feinboden) |
|||||||
| Böden | Polychlorierte Biphenyle (PCB(tief)6) | Benzo (a)pyren | Polycycl. Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK(tief)16) | ||||
| Humusgehalt > 8% | 0,1 | 1 | 10 | ||||
| Humusgehalt <= 8% | 0,05 | 0,3 | 3 | ||||
| Element | Fracht (g/ha x a) |
|---|---|
| Blei | 400 |
| Cadmium | 6 |
| Chrom | 300 |
| Kupfer | 360 |
| Nickel | 100 |
| Quecksilber | 1,5 |
| Zink | 1 200 |
Mit Sanierungsuntersuchungen bei Altlasten sind die zur Erfüllung der Pflichten nach § 4 Abs. 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen zu ermitteln. Die hierfür in Betracht kommenden Maßnahmen sind unter Berücksichtigung von Maßnahmenkombinationen und von erforderlichen Begleitmaßnahmen darzustellen.
Die Prüfung muß insbesondere
umfassen.
Die Prüfung soll unter Verwendung vorhandener Daten, insbesondere aus Untersuchungen nach § 3 dieser Verordnung, sowie auf Grund sonstiger gesicherter Erkenntnisse durchgeführt werden. Soweit solche Informationen insbesondere zur gesicherten Abgrenzung belasteter Bereiche oder zur Beurteilung der Eignung von Sanierungsverfahren im Einzelfall nicht ausreichen, sind ergänzende Untersuchungen zur Prüfung der Eignung eines Verfahrens durchzuführen.
Die Ergebnisse der Prüfung und das danach vorzugswürdige Maßnahmenkonzept sind darzustellen.
Ein Sanierungsplan soll die unter den Nummern 1 bis 5 genannten Angaben sowie die für eine Verbindlichkeitserklärung nach § 13 Abs. 6 des Bundes-Bodenschutzgesetzes erforderlichen Angaben und Unterlagen enthalten.
Dieser Anhang findet gemäß § 8 Anwendung bei der Untersuchung von Flächen, bei denen der Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser besteht.
Bestehen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer schädlichen Bodenveränderung auf Grund von Bodenerosion durch Wasser, so ist zunächst zu prüfen,
Hinweise für eine Identifikation der Erosionsfläche ergeben sich vor allem durch deutlich sichtbare Übertrittsstellen von Bodenmaterial von der Erosionsfläche zu den außerhalb der Erosionsfläche gelegenen und durch Bodenmaterial beeinträchtigten Bereichen. Weitere Hinweise ergeben sich aus dem Vorliegen deutlich sichtbarer Erosionsformen auf der Erosionsfläche. Bei der Prüfung gemäß Buchstabe a kann es erforderlich sein, die bei einem Erosionsereignis oder in Folge von Erosionsereignissen, die im Abstand von maximal wenigen Wochen nacheinander aufgetreten sind, von einer Verdachtsfläche abgeschwemmte Bodenmenge abzuschätzen. Dies kann mit Hilfe der “Kartieranleitung zur Erfassung aktueller Erosionsformen” (DVWK 1996) erfolgen.
Für die Abschätzung der Wiedereintrittswahrscheinlichkeit von Bodenabträgen gemäß § 8 Abs. 1 sind insbesondere gebietsspezifische statistische Auswertungen langjähriger Niederschlagsaufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes heranzuziehen. Hierzu können auch Erosionsprognosemodelle als Hilfsmittel genutzt werden, soweit sie nachweislich geeignet sind, die aus den Erosionsflächen abgeschwemmten Bodenmengen bei konkret eingetretenen Erosionsereignissen mit hinreichender Genauigkeit abzuschätzen.
Die Bedingungen für die Erwartung weiterer Bodenabträge gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2 sind in der Regel erfüllt, wenn innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens in einem weiteren Fall erhebliche Mengen Bodenmaterials aus derselben Erosionsfläche geschwemmt wurden.