LG Münster: Antrag auf einstweilige Verfügung der Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum auf Zulassung zur Olympiade zurückgeweisen

Die Springreiterin Michaels-Beerbaum hat heute erfolglos beim Landgericht Münster den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, mit der das Deutsche Olympische Komitee für Reiterei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und das Nationale Olympische Komitee verpflichtet werden sollten, sie und ihr Pferd “Shutterfly” innerhalb der am 21.7.04 ablaufenden Nominierungsfrist für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen anzumelden. Sie war nicht vorgeschlagen worden, da der Verdacht besteht, dass ihr Pferd bei einem Wettkampf im April 2004 gedopt gewesen sei. Die Reiterin hat geltend gemacht, das Dopingverfahren sei nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden. Der internationale Dachverband FEI habe vorsätzlich ihre Verfahrensrechte verletzt. Die Antragsgegner hätten ihr zunächst zugesichert, sie zu nominieren. Erst am vergangenen Wochenende habe sie erfahren, dass sie nicht vorgeschlagen werden solle. Da es sich um ein laufendes Dopingverfahren handele, müsse zu ihren Gunsten die Unschuldsvermutung greifen.

Die 11. Zivilkammer des Landgerichts Münster hat den Antrag zurückgewiesen, da kein individueller Anspruch eines Sportlers bestehe, als Teil einer Mannschaft nominiert zu werden. Allenfalls könne er verlangen, dass nicht willkürlich entschieden wird. Es sei jedoch nicht willkürlich, einen unter Dopingverdacht stehenden Sportler nicht zu berücksichtigen, da die Gefahr eines Ansehensverlustes bestehe, wenn sich der Verdacht bestätige.

Gegen den Beschluss der Kammer ist der Rechtsbehelf der sofortigen Beschwerde zum OLG Hamm möglich.

Landgericht Münster, 11. Zivilkammer 11 O 317/04